Lebenslauf Beispiel für Grafiker/in

Gutes Design spricht für sich, ein guter Lebenslauf auch. Beispiel, Gestaltungstipps und worauf Schweizer Agenturen und Unternehmen bei Grafiker-Bewerbungen achten.

Beispiel eines Lebenslaufs von einem Grafiker/in in der Schweiz

Was macht einen guten Grafiker Lebenslauf in der Schweiz aus?

Als Grafiker/in gestaltest du täglich visuelle Botschaften, die Aufmerksamkeit gewinnen und Marken stärken. Dein Lebenslauf ist dabei dein wichtigstes Designprojekt: Er muss zeigen, dass du nicht nur schöne Sachen machst, sondern dass deine Arbeit messbare Wirkung hat. Ein Portfolio allein reicht nicht. Schweizer Arbeitgeber erwarten einen strukturierten Lebenslauf, der Projekte, Verantwortung und Ergebnisse klar dokumentiert.

Der Schweizer Designmarkt ist vielfältig. Agenturen wie Jung von Matt, Wirz oder Farner suchen Kreative mit Konzeptstärke und schnellem Output. Inhouse-Teams bei Migros, Swisscom oder UBS brauchen Grafiker, die Markenrichtlinien verstehen und über alle Kanäle hinweg konsistent arbeiten. Dazu kommt die wachsende Nachfrage nach digitalen Skills: UX/UI, Motion Graphics und AI-gestützte Tools gehören zunehmend zum Anforderungsprofil.

In diesem Beitrag zeigen wir dir anhand eines konkreten Beispiels, wie ein überzeugender Lebenslauf als Grafiker/in für den Schweizer Markt aussieht. Du erfährst, welche Abschnitte entscheidend sind, welche Fehler du vermeiden solltest und welche Kompetenzen Schweizer Agenturen und Unternehmen aktuell wirklich suchen.

Lebenslauf Beispiel Grafiker/in

Das folgende Beispiel zeigt einen Lebenslauf für eine Grafikerin mit rund sechs Jahren Berufserfahrung im Schweizer Design- und Kommunikationsmarkt. Achte darauf, wie jede Station Projekttypen, Kunden, Designtools und messbare Ergebnisse belegt. Genau das erwarten Creative Directors und Teamleiter.

 

Kontakt

Langstrasse 88
8004 Zürich
076 432 10 98
nina.frei@email.ch
linkedin.com/in/nina-frei
ninafrei.ch (Portfolio)

Sprachen

DeutschMuttersprache
EnglischC1
FranzösischB1

Fachkenntnisse

  • Adobe Creative Suite (Photoshop, Illustrator, InDesign, After Effects)
  • Figma & Sketch
  • Brand Design & Corporate Identity
  • Print & Digital Design
  • Motion Graphics & Animation
  • Typografie & Layout
  • UX/UI Grundlagen
  • Druckvorstufe & Reinzeichnung

Interessen

  • Plakatkunst & Schweizer Grafiktradition
  • Analoge Fotografie
  • Siebdruck
  • Laufsport

Lebenslauf

Nina Frei

Berufserfahrung

Senior Grafikerin / Art Direction

Jung von Matt Schweiz, Zürich (Kreativagentur, 120 MA)

April 2024 – heute

  • Art Direction für 4 Key Accounts (FMCG, Finanz, Retail), Entwicklung von Kampagnenvisuals für Print, OOH und Digital
  • Gestaltung der Rebranding-Kampagne für einen Schweizer Retailer: +28 % Markenbekanntheit (Tracking-Studie post-launch)
  • Führung von 2 Junior-Grafikern, Feedback-Prozess und Qualitätssicherung
  • Entwicklung von Motion-Graphics-Templates für Social Media (150+ Assets/Quartal)

Grafikerin

Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich (Inhouse Creative Team)

September 2021 – März 2024

  • Gestaltung von Verpackungen, POS-Materialien und Kampagnenvisuals für 3 Eigenmarken (M-Budget, Sélection, Alnatura)
  • Umsetzung des Corporate-Design-Relaunches über 12 Touchpoints (Print, Digital, POS, Packaging)
  • Erstellung von 200+ Druckvorlagen pro Jahr, Reinzeichnung und Druckfreigabe
  • Einführung eines Figma-basierten Design-Systems für das Inhouse-Team (8 Personen)

Junior Grafikerin

Wirz Communications, Zürich

August 2019 – August 2021

  • Gestaltung von Kampagnenmotiven, Inseraten und Social-Media-Visuals für nationale und regionale Kunden
  • Mitarbeit an 2 Award-nominierten Kampagnen (ADC Switzerland, Best of Swiss Web)
  • Aufbau einer internen Icon- und Illustrationsbibliothek (400+ Assets)

Aus- und Weiterbildung

Figma Advanced & Design Systems

Designcode.io (Online)

2024

CAS Brand Design

ZHdK Zürcher Hochschule der Künste

2023

Motion Design mit After Effects

SAE Institute Zürich

2022

EFZ Grafikerin

Schule für Gestaltung Zürich

2015 – 2019

Dieses Beispiel basiert auf einer fiktiven Person, folgt aber exakt den Erwartungen, die wir in hunderten Schweizer Stelleninseraten für Grafiker analysiert haben. Die Struktur mit Sidebar für Kontaktdaten, Sprachen und Fachkenntnisse links sowie Berufserfahrung und Ausbildung rechts entspricht dem klassischen Schweizer Layout.

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So beschreibst du deine Berufserfahrung richtig

Die Berufserfahrung ist das Herzstück deines Lebenslaufs als Grafiker/in. Creative Directors und Hiring Manager überfliegen diesen Abschnitt in wenigen Sekunden, deshalb muss jeder Stichpunkt Wirkung zeigen.

Profi-Tipp

Verwende die XYZ-Formel

«Erreichte [X], gemessen durch [Y], indem ich [Z] umgesetzt habe.»

✗ Schwach

«Grafikdesign für Print und Digital»

✓ Stark

«Rebranding-Kampagne gestaltet, +28 % Markenbekanntheit laut Post-Launch-Tracking.»

Hier sind Formulierungen, die in Schweizer Stelleninseraten für Grafiker besonders gut ankommen:

1

Projekttypen und Kunden benennen

«Art Direction für 4 Key Accounts (FMCG, Finanz, Retail), Kampagnenvisuals für Print, OOH und Digital»

2

Wirkung messbar machen

«Rebranding-Kampagne gestaltet: +28 % Markenbekanntheit (Post-Launch-Tracking)»

3

Output-Volumen zeigen

«200+ Druckvorlagen/Jahr» oder «150+ Social-Media-Assets/Quartal»

4

Touchpoints und Kanäle differenzieren

«Corporate-Design-Relaunch über 12 Touchpoints (Print, Digital, POS, Packaging)»

5

Awards und Auszeichnungen einbauen

«Mitarbeit an 2 Award-nominierten Kampagnen (ADC Switzerland, Best of Swiss Web)»

Wichtig: Schweizer Arbeitgeber erwarten eine antichronologische Darstellung. Deine aktuelle Position steht zuoberst. Pro Station reichen 3 bis 5 Bullet Points. In der Grafik zählen vor allem Projekttypen, Kundenportfolio, eingesetzte Kanäle und messbare Wirkung. Vergiss nicht: Dein Lebenslauf ist nicht dein Portfolio. Er ergänzt es mit Kontext, Zahlen und Verantwortungsstufen.

Welche Skills gehören in den Lebenslauf?

Als Grafiker/in bist du die Schnittstelle zwischen Kreation, Marketing und Produktion. Schweizer Arbeitgeber erwarten eine Mischung aus handwerklichem Können und konzeptionellem Denken. Teile deine Skills in zwei Bereiche auf:

Hard Skills

Aktuell am meisten nachgefragt

  • Adobe Creative Suite (Photoshop, Illustrator, InDesign)
  • Figma & Design-System-Erstellung
  • After Effects & Motion Graphics
  • Brand Design & Corporate Identity
  • Typografie, Layout & Rasterarbeit
  • Druckvorstufe & Reinzeichnung (CMYK, ICC-Profile)
  • UX/UI Grundlagen & Prototyping
💡

Soft Skills

Was Schweizer Arbeitgeber besonders schätzen

  • Konzeptionelles Denken
  • Feedback-Fähigkeit & Kritikresilienz
  • Zeitmanagement bei parallelen Projekten
  • Zusammenarbeit mit Textern, Developern & Marketing
🎯

ATS-Tipp: Tools mit dem richtigen Namen benennen

Wenn im Inserat «Adobe InDesign» steht, schreibe nicht nur «Layoutprogramme», sondern «Adobe InDesign». Wenn «Figma» gefragt ist, reicht «Prototyping-Tool» nicht aus. Viele Schweizer Unternehmen nutzen ATS-Systeme, die nach exakten Tool-Namen filtern. Benenne jedes Tool einzeln und vermeide Sammelbegriffe.

Ausbildung & Zertifikate: was zählt im Schweizer Markt?

Der klassische Einstieg in die Grafik führt in der Schweiz über die vierjährige Lehre als Grafiker/in EFZ an einer Schule für Gestaltung (Zürich, Basel, Bern, Luzern). Dieses EFZ geniesst international einen hervorragenden Ruf und ist in der Schweizer Designbranche nach wie vor der wichtigste Abschluss. Alternativ bieten die Höheren Fachschulen (HF) und Fachhochschulen (ZHdK, HSLU, HGK Basel) Bachelor- und Masterstudiengänge in Visueller Kommunikation an.

Für die Karriere als Grafiker/in sind Weiterbildungen in spezifischen Bereichen entscheidend. Die gefragtesten sind CAS Brand Design (ZHdK), Motion Design und Animation (SAE Institute, F+F Schule), UX/UI Design (Interaction Design Foundation, HyperIsland), und Kurse in 3D-Visualisierung (Cinema 4D, Blender). Wer Richtung Art Direction will, profitiert von einem CAS Design Management oder einem MAS Design.

Ein Trend, der die Branche verändert: AI-gestützte Design-Tools. Grafiker, die mit Midjourney, Firefly oder DALL-E arbeiten können und verstehen, wie sie KI-generierte Elemente in professionelle Workflows integrieren, haben einen klaren Vorteil. Schweizer Agenturen und Inhouse-Teams setzen zunehmend auf Effizienz durch AI, ohne den Anspruch an Originalität und Handwerk aufzugeben.

Do's & Don'ts: häufige Fehler vermeiden

Die folgenden Tipps basieren auf der Analyse von über 150 Schweizer Stelleninseraten für Grafiker und dem Feedback von Creative Directors und Designteam-Leitern.

Do's

  • Portfolio-Link integrieren ninafrei.ch, Behance oder Dribbble direkt im Kontaktbereich
  • Kanäle und Touchpoints differenzieren Print, Digital, OOH, POS, Packaging
  • Awards und Nominierungen nennen ADC, Best of Swiss Web, Red Dot, IF Design
  • Tools einzeln aufführen nicht «Adobe Suite», sondern Photoshop, Illustrator, InDesign
  • Verantwortung klar machen Konzept, Ausführung, Art Direction oder Reinzeichnung
  • Max. 2 Seiten der Lebenslauf ergänzt das Portfolio, ersetzt es nicht

Don'ts

  • Überdesignte Lebensläufe zeige dein Können im Portfolio, nicht im CV-Layout
  • Nur «Grafikdesign» ohne Kontext keine Kunden, keine Kanäle, keine Ergebnisse
  • Portfolio-Link vergessen ohne Portfolio fehlt der wichtigste Beweis
  • Lebenslauf als Bilddatei senden nicht ATS-lesbar, kann nicht gescannt werden
  • Alte Software-Versionen auflisten niemand will wissen, dass du CS5 kannst
  • Skill-Bars und Prozentangaben «Photoshop 90 %» ist subjektiv und nichtssagend

Der häufigste Fehler bei Grafiker-Lebensläufen: ein überdesigntes Layout ohne Substanz. Paradoxerweise erwarten Arbeitgeber von Grafikern einen klar strukturierten, klassischen Lebenslauf. Dein Design-Talent zeigst du im Portfolio, nicht im CV. Was im Lebenslauf zählt, sind Projekte, Kunden, Kanäle und messbare Ergebnisse.

Ein weiterer typischer Fehler: den Portfolio-Link vergessen oder ihn nur als Fussnote verstecken. Dein Portfolio ist das wichtigste Beweisstück deiner Arbeit. Platziere den Link prominent im Kontaktbereich, und stelle sicher, dass er funktioniert und mobil optimiert ist. Creative Directors klicken sofort auf den Portfolio-Link, oft noch bevor sie den Lebenslauf fertig gelesen haben.

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Marktübersicht: Gehalt, Karriereweg & gefragte Kompetenzen

Bevor du deinen Lebenslauf schreibst, lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Marktsituation. So kannst du deine Erfahrung und Gehaltsvorstellungen realistisch einordnen.

Marktübersicht Schweiz

Grafiker/in: Zahlen & Fakten

💰 Jahresgehalt
CHF 65'000 - 95'000
Art Director: bis CHF 120'000+
🎓 Ausbildung
EFZ Grafiker/in oder BA Visuelle Kommunikation
Schule für Gestaltung, ZHdK, HGK
📅 Erfahrung
2 - 8+ Jahre
Agentur oder Inhouse-Erfahrung
📈 Karriereweg
Junior Grafiker/in → Grafiker/in
→ Senior Grafiker/in → Art Director
→ Creative Director / Design Lead
🏠 Arbeitsmodell
Hybrid oder Remote möglich
Pitches und Kundenmeetings vor Ort
⭐ Top Skills
Adobe CC (Ps, Ai, Id, Ae)
Figma & Design Systems
Brand Design & CI/CD
Motion Graphics
Druckvorstufe & Reinzeichnung

Quellen: Michael Page Salary Guide, Lohncheck.ch, Randstad Arbeitsmarktbericht

Die Gehälter für Grafiker in der Schweiz variieren stark nach Erfahrung, Arbeitgeber und Spezialisierung. Agenturen zahlen tendenziell weniger als Inhouse-Positionen bei grossen Unternehmen, bieten aber ein breiteres Projektspektrum und schnellere Lernkurven. Freelance-Grafiker erzielen Stundensätze von CHF 80 bis 150, müssen aber Akquise, Administration und Sozialversicherungen selbst stemmen.

Der Karriereweg führt typischerweise vom Junior Grafiker über den Grafiker zum Senior Grafiker oder Art Director. Wer kreative Gesamtverantwortung übernimmt, kann zum Creative Director oder Design Lead aufsteigen. Alternativ spezialisieren sich viele Grafiker in Bereichen wie UX/UI Design, Motion Graphics, Packaging Design oder Brand Strategy und wechseln in entsprechende Rollen.

Aktuell besonders gefragt: Grafiker mit digitaler Breite. Wer neben Print auch digitale Kanäle, Social Media, Motion Graphics und UX/UI-Grundlagen beherrscht, hat die besten Karten. Der reine Print-Grafiker wird seltener gesucht, während die Nachfrage nach Grafikern mit Bewegtbild- und Digital-Kompetenz steigt. Schweizer Agenturen und Unternehmen erwarten zunehmend, dass Grafiker in Figma genauso sicher arbeiten wie in InDesign.

Fazit & nächste Schritte

Ein überzeugender Lebenslauf als Grafiker/in in der Schweiz zeigt auf einen Blick, welche Projekte du verantwortet hast, für welche Kunden und Kanäle du gestaltet hast und welche Wirkung deine Arbeit erzielt hat. Vergiss nicht: Der Lebenslauf ergänzt dein Portfolio mit Kontext, Zahlen und Verantwortungsstufen. Zusammen sind sie dein stärkstes Argument.

Nutze das Beispiel in diesem Beitrag als Orientierung und passe deinen Lebenslauf gezielt auf jede Stelle an. Achte besonders darauf, ob eine Agentur oder ein Inhouse-Team sucht, welche Tools im Inserat genannt werden und ob der Schwerpunkt auf Print, Digital oder Motion liegt. In der Grafik entscheidet dein Portfolio über den ersten Eindruck, aber dein Lebenslauf entscheidet, ob du es bis zum Gespräch schaffst.

Truast Lebenslauf Editor

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