Lebenslauf

Hobbys im Lebenslauf: Welche passen und wie du sie richtig angibst

Hobbys im Lebenslauf: Welche passen, wie du sie formulierst, was du weglässt. 41% in der Schweiz engagieren sich in Vereinen. Mit Beispielen und Checkliste.

 

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Gehören Hobbys in den Lebenslauf, und wenn ja, welche? Dieser Beitrag zeigt dir, welche Freizeitaktivitäten etwas über dich aussagen, wie du sie konkret formulierst und welche du besser weglässt. Mit Beispielen für jede Art von Hobby und Zahlen zum Freizeitverhalten in der Schweiz.

In der Schweiz ist Freizeit oft Vereinszeit: 41% der Bevölkerung ab 15 Jahren engagieren sich laut Freiwilligen-Monitor (2025) in Vereinen oder Organisationen. Ob Turnverein, Feuerwehr oder Jugendarbeit: Das sagt viel über einen Menschen aus.

Trotzdem stehen in vielen Lebensläufen nur "Sport, Lesen, Reisen". Was erfährt ein Arbeitgeber daraus? Fast nichts. Mit zwei, drei konkreten Angaben machst du aus einer Pflichtzeile einen echten Pluspunkt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hobbys sind freiwillig. Sie lohnen sich, wenn sie etwas über dich aussagen.
  • Nenne höchstens drei und werde konkret: "Halbmarathon, Bestzeit 1:45 h" statt "Sport".
  • Ehrenamt und Vereinsarbeit zählen besonders. 41% in der Schweiz engagieren sich in Vereinen.
  • Hobbys stehen ganz am Schluss des Lebenslaufs.

Gehören Hobbys in den Lebenslauf?

Hobbys sind keine Pflicht, aber oft sinnvoll. Sie machen dich als Person greifbar, können Soft Skills belegen und sind im Gespräch ein guter Einstieg. Besonders aussagekräftig ist Engagement: Laut Freiwilligen-Monitor (2025) engagieren sich 41% der Bevölkerung formell in Vereinen oder Organisationen, 51% informell.

Wann lässt du Hobbys weg? Wenn der Lebenslauf sonst über zwei Seiten geht oder wenn deine Freizeit nichts mit der Stelle zu tun hat und auch keine Stärke zeigt. Dann ist der Platz für Berufserfahrung besser genutzt. Bei Berufseinsteigern sind Hobbys dagegen oft wertvoll, weil die Berufserfahrung noch kurz ist.

Ein guter Test: Würdest du im Vorstellungsgespräch gern zwei Minuten über dieses Hobby sprechen? Wenn ja, gehört es hinein. Wenn dir dazu wenig einfällt, lass es weg. Genau danach fragen Recruiter nämlich oft.

Freizeit in der Schweiz (Anteil der Bevölkerung) Sport mindestens wöchentlich 59% Wandern 56,9% Informelle Freiwilligenarbeit 51% Engagement in Vereinen 41% Quellen: BASPO, Sport Schweiz 2020 (Sport und Wandern); Freiwilligen-Monitor Schweiz 2025 (Engagement)
Sport und Vereinsleben gehören für die Mehrheit zum Alltag. Konkret statt allgemein hebt dich ab.

Welche Hobbys passen in den Lebenslauf?

Am besten passen Hobbys mit Bezug zur Stelle oder solche, die eine gefragte Stärke zeigen. Sport allein hebt dich kaum ab, denn laut BASPO-Studie Sport Schweiz (2020) treiben 59% der Bevölkerung mindestens einmal pro Woche Sport. Eine Funktion, ein Ziel oder eine Leistung macht den Unterschied.

Art Was es zeigen kann Beispielformulierung
Mannschaftssport Teamarbeit, Verlässlichkeit "Unihockey: Captain der 2. Mannschaft"
Ausdauersport Disziplin, Durchhaltewillen "Laufen: Halbmarathons, Bestzeit 1:45 h"
Ehrenamt, Verein Verantwortung, Organisation "Kassier im Turnverein seit 2021"
Musik, Kunst Ausdauer, Kreativität "Gitarre: Auftritte mit lokaler Band"
Technik Problemlösung, Lernbereitschaft "Programmieren: Eigene Web-App in Python"
Handwerk Geduld, praktisches Geschick "Schreinern: Eigene Möbel aus Massivholz"
Sprachen, Kultur Offenheit, Kommunikation "Spanisch: Sprachtandem, Niveau B1"

Am stärksten wirken Hobbys mit Bezug zur Stelle. Wer sich als Grafikerin bewirbt und in der Freizeit fotografiert, zeigt echtes Interesse. Wer in die IT will und eigene Projekte auf GitHub hat, liefert gleich einen Beleg. Mehr dazu, wie du Stärken belegst, findest du im Beitrag Fähigkeiten im Lebenslauf.

Wie formulierst du Hobbys im Lebenslauf?

Konkret, kurz und mit einem Detail pro Hobby. Allgemeine Angaben gehen unter, weil sie fast alle haben: Laut BASPO (2020) wandern 56,9% der Bevölkerung. "Wandern" allein sagt deshalb wenig, "Hochtouren mit SAC-Sektion, Tourenleiterin" dagegen viel.

✅ Beispiel Abschnitt "Engagement und Interessen" (fiktiv):

Turnverein Musterdorf: Kassier seit 2021, Jahresbudget CHF 40'000
Laufen: Regelmässig Halbmarathons, Bestzeit 1:45 h
Fotografie: Architekturfotografie, Ausstellung in der Gemeindegalerie 2024

Drei Einträge reichen. Eine lange Liste wirkt beliebig und kostet Platz. Als Überschrift passen "Hobbys", "Interessen" oder "Engagement und Interessen", wenn auch Vereinsarbeit dabei ist. Übrigens: Im Deutschen schreibt man "Hobbys", nicht "Hobbies".

Und wie steht es mit der Ehrlichkeit? Nenne nur, was du aktuell betreibst. Das Klavier, das seit der Schulzeit verstaubt, gehört nicht hinein. Wer im Gespräch nach seinem Hobby gefragt wird und kaum etwas dazu sagen kann, wirkt schnell unglaubwürdig.

Welche Hobbys lässt du besser weg?

Weglassen solltest du Hobbys, die nichts aussagen, die missverstanden werden können oder die nicht mehr aktuell sind. Es geht dabei nicht um gute oder schlechte Hobbys, sondern um Wirkung. Sport ist laut BASPO (2020) für die Mehrheit Alltag, nur noch 16% treiben gar keinen Sport. Allgemeines wie "Sport" fällt deshalb niemandem auf.

❌ Besser weglassen:

- Allgemeines wie "Sport", "Lesen", "Musik hören", "Reisen", "Freunde treffen"
- Passives ohne Detail wie "Netflix" oder "Social Media"
- Hobbys, die du seit Jahren nicht mehr ausübst
- Politische oder religiöse Aktivitäten, ausser sie passen zur Stelle
- Sehr riskante Sportarten ohne Bezug zur Stelle, etwa Basejumping
- Mehr als drei bis vier Einträge

Und Gaming, Kampfsport oder Jagd? Das hängt von der Stelle und der Formulierung ab. "E-Sport: Turnierorganisation im Verein" zeigt Organisationstalent, "Gamen" nicht. "Jägerprüfung, Hegeeinsätze im Revier" zeigt Verantwortung. Formuliere solche Hobbys sachlich und mit einem Bezug zu einer Stärke, oder lass sie weg, wenn du unsicher bist.

Gehören Ehrenamt und Vereinsarbeit in den Lebenslauf?

Ja, und sie wiegen oft mehr als klassische Hobbys. Ehrenamt zeigt Verantwortung, Zuverlässigkeit und oft Führung. In der Schweiz ist es weit verbreitet: Laut Freiwilligen-Monitor (2025) engagieren sich 41% der Bevölkerung ab 15 Jahren in Vereinen oder Organisationen.

Ein Vorstandsamt, die Leitung einer Jugendgruppe oder die Arbeit bei der Feuerwehr gehören deshalb gut sichtbar in den Lebenslauf. Bei grösserem Umfang kannst du einen eigenen Abschnitt "Engagement" anlegen, mit Funktion, Verein und Zeitraum. Ein Beispiel: "Präsidentin Elternverein Schule Musterdorf, seit 2022, Organisation von vier Anlässen pro Jahr."

Ehrenamt kann auch eine Lücke erklären. Hast du nach einer Kündigung oder während einer Familienpause Verantwortung im Verein übernommen, zeigt das, dass du aktiv geblieben bist. Wie du Lücken sonst erklärst, steht im Beitrag Lücken im Lebenslauf.

Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?

Hobbys stehen ganz am Schluss, nach Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnissen und Sprachen. Sie sind eine Ergänzung, kein Hauptteil. Recruiter schauen laut Ladders (2018) in den ersten 7,4 Sekunden vor allem auf Jobtitel und Struktur. Hobbys werden erst gelesen, wenn das Interesse schon geweckt ist.

Genau deshalb können sie im Gespräch wirken: Viele Gesprächspartner haben den Lebenslauf vorher genau angeschaut und greifen das Hobby als Einstieg auf. Eine Ausnahme ist Engagement mit klarer Führungsfunktion. Das kann bei Berufseinsteigern auch unter "Erfahrung" stehen. Den gesamten Aufbau zeigt der Beitrag Was gehört in einen Lebenslauf.

Checkliste: Passen deine Hobbys in den Lebenslauf?

Geh deinen Abschnitt mit dieser Liste durch.

Auswahl:

Höchstens drei bis vier Einträge
Jedes Hobby zeigt eine Stärke oder passt zur Stelle
Nur aktuelle Hobbys
Ehrenamt und Vereinsfunktionen aufgeführt

Formulierung:

Pro Hobby ein konkretes Detail
Keine Sammelbegriffe wie "Sport" oder "Lesen"
Heikle Hobbys sachlich formuliert oder weggelassen

Platzierung:

Ganz am Schluss des Lebenslaufs
Passende Überschrift
Im Gespräch gern zwei Minuten darüber erzählbar

Häufige Fragen zu Hobbys im Lebenslauf

Muss ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Nein, Hobbys sind freiwillig. Sie lohnen sich, wenn sie etwas über dich aussagen, etwa ein Vereinsamt, eine sportliche Leistung oder ein Interesse mit Bezug zur Stelle. Gerade Engagement ist in der Schweiz verbreitet: Laut Freiwilligen-Monitor 2025 engagieren sich 41% der Bevölkerung in Vereinen oder Organisationen.

Wie viele Hobbys soll ich angeben?

Zwei bis drei, höchstens vier. Wichtiger als die Anzahl ist das Detail: "Halbmarathon, Bestzeit 1:45 h" sagt mehr als "Sport, Lesen, Reisen". Eine lange Liste wirkt beliebig und kostet Platz, den du besser für Berufserfahrung nutzt.

Welche Hobbys kommen gut an?

Hobbys mit Funktion, Ziel oder Bezug zur Stelle. Mannschaftssport mit Captain-Rolle, ein Vorstandsamt, Musik mit Auftritten oder technische Projekte zeigen Stärken. Reine Aktivität hebt dich kaum ab: Laut BASPO treiben 59% der Bevölkerung mindestens wöchentlich Sport. Erst das Detail macht dein Hobby besonders.

Welche Hobbys sollte ich weglassen?

Sammelbegriffe wie "Sport" oder "Lesen", passive Hobbys ohne Detail, Hobbys, die du nicht mehr ausübst, sowie politische oder religiöse Aktivitäten ohne Bezug zur Stelle. Sehr riskante Sportarten kannst du weglassen, wenn sie nichts mit der Stelle zu tun haben. Im Zweifel gilt: Lieber weniger, dafür konkret.

Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?

Ganz am Schluss, nach Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnissen und Sprachen. Als Überschrift passen "Hobbys", "Interessen" oder "Engagement und Interessen". Ehrenamt mit klarer Führungsfunktion kann bei Berufseinsteigern auch unter Erfahrung stehen, weil es dort mehr Gewicht bekommt.

Weiterführende Ressourcen

Fazit: Wenige Hobbys, aber konkret

Hobbys sind im Schweizer Lebenslauf freiwillig, können aber viel über dich verraten. Zwei, drei konkrete Einträge mit einem Detail wirken stärker als eine lange Liste, und Ehrenamt zählt oft mehr als klassische Freizeit.

Lass weg, was nichts aussagt, nicht mehr aktuell ist oder missverstanden werden kann. Was bleibt, sollte dir im Gespräch Freude machen, darüber zu erzählen.

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