Referenzen im Lebenslauf und in der Bewerbung: So machst du es in der Schweiz richtig
Referenzen in der Schweiz: im Lebenslauf angeben, richtig anfragen, was erlaubt ist. 31% finden ihre Stelle über Kontakte. Mit Vorlagen, Checkliste...
Lücken im Lebenslauf erklären: Ab wann es nötig ist und wie du Arbeitslosigkeit, Familienzeit oder Krankheit angibst. 62% hatten schon eine Karrierepause.
Eine Lücke im Lebenslauf ist kein Ausschlussgrund, eine unerklärte schon eher. Dieser Beitrag zeigt dir, ab wann du eine Pause erklären solltest, wie du Arbeitslosigkeit, Familienzeit, Krankheit oder ein Sabbatical im Schweizer Lebenslauf einträgst und was du im Vorstellungsgespräch dazu sagst. Mit Beispiel-Einträgen für jede Art von Lücke.
Fast zwei Drittel der Berufstätigen haben schon einmal eine Pause eingelegt: In einer LinkedIn-Umfrage (2022) unter 23'000 Beschäftigten waren es 62%. Lücken sind also normal. Problematisch wird es erst, wenn der Lebenslauf sie verschweigt.
Genau das passiert oft. In unserer Auswertung von 340 Lebensläufen hatten 138 eine Lücke, also 41%. Fast die Hälfte davon, nämlich 65, liess die Lücke unerklärt. Dabei reicht meist eine einzige Zeile. Wie die aussieht, liest du hier.
Ab etwa drei Monaten ohne Stelle, Ausbildung oder andere Tätigkeit lohnt sich eine Erklärung. Kürzere Pausen zwischen zwei Stellen sind normal, denn Stellensuche braucht Zeit: Im September 2026 waren laut SECO (2026) in der Schweiz 140'480 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote lag bei 3,0%.
Keine Lücken sind Militärdienst, Zivildienst, eine Aus- oder Weiterbildung und ein Sprachaufenthalt. Sie stehen mit Zeitraum im Lebenslauf, Militär- oder Zivildienst zum Beispiel als "Rekrutenschule, Infanterie" oder "Zivildiensteinsatz, Spital Thun". Mehrere kurze Pausen hintereinander fallen dagegen auf, auch wenn jede einzelne kurz ist.
Am klarsten als eigener Eintrag in der Berufserfahrung: Zeitraum im Format MM.JJJJ, eine kurze Bezeichnung und bei Bedarf ein bis zwei Punkte. In unserer Analyse fehlte diese Zeile bei 65 von 138 Lebensläufen mit Lücke, also bei 47%. Wer die Lücke selbst benennt, nimmt dem Leser die Frage vorweg, bevor er sie sich stellt.
Die Tabelle zeigt typische Einträge. Halte die Bezeichnung neutral und sachlich, Begründungen und Gefühle haben im Lebenslauf keinen Platz.
| Art der Lücke | Beispiel-Eintrag | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Stellensuche | 04.2025 bis 09.2025: Stellensuche und Weiterbildung | Kurs oder Projekt nennen, falls vorhanden |
| Familienzeit | 06.2023 bis 08.2024: Familienzeit | Keine Namen oder Alter der Kinder |
| Krankheit | 2024: Gesundheitliche Auszeit, abgeschlossen | Keine Diagnose |
| Sabbatical | 01.2024 bis 10.2024: Sabbatical mit Reise durch Südamerika | Ein konkretes Ergebnis, etwa Spanisch B2 |
| Pflege | 03.2022 bis 12.2022: Betreuung eines Angehörigen | Kein Gesundheitszustand der Person |
| Neuorientierung | 02.2025 bis 07.2025: Berufliche Neuorientierung, Bootcamp Webentwicklung | Bezug zur neuen Stelle zeigen |
Ein beliebter Trick ist, nur Jahre anzugeben, damit Lücken verschwinden. Das geht nach hinten los. In der Schweiz ist bei der Berufserfahrung MM.JJJJ üblich. Stehen dort plötzlich nur Jahre, fragt sich der Leser genau, was du verbergen willst. Mehr zum Format im Beitrag Berufserfahrung im Lebenslauf.
Kurz, ehrlich und mit dem, was du in dieser Zeit gemacht hast. Arbeitslosigkeit ist in der Schweiz kein Randphänomen: Laut SECO (2026) waren im September 2026 insgesamt 227'592 Personen als stellensuchend registriert. Recruiter kennen das. Sie wollen vor allem sehen, dass du aktiv geblieben bist.
Hast du in dieser Zeit nichts Besonderes gemacht? Dann genügt "Stellensuche". Erfinde keine Projekte, im Gespräch kommen Nachfragen. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber kannst du in Klammern einordnen, wenn sie sachliche Gründe hatte, etwa eine Reorganisation oder Standortschliessung.
Mit einer neutralen Zeile wie "Familienzeit". Der gesetzliche Mutterschaftsurlaub dauert in der Schweiz 14 Wochen, der Urlaub des andern Elternteils 14 Tage (AHV-IV, 2026). Alles, was darüber hinausgeht, ist eine bewusste Familienphase, und die darfst du selbstbewusst angeben. Eine Begründung brauchst du nicht.
Wichtig: Familienzeit heisst nicht, dass du deine Familie im Lebenslauf beschreiben musst. Anzahl, Namen und Alter der Kinder gehören nicht hinein. Ob die Betreuung geregelt ist, besprichst du nur, wenn du es selbst ansprechen möchtest. Warum solche Angaben generell fehlen dürfen, steht im Beitrag zu den persönlichen Daten im Lebenslauf.
Hast du in dieser Zeit Teilzeit gearbeitet, eine Weiterbildung besucht oder ein Amt übernommen? Dann ergänze einen Punkt dazu, etwa "CAS Leadership, berufsbegleitend". Gleiches gilt für die Betreuung von Angehörigen: "Betreuung eines Angehörigen" genügt, ohne Angaben zur Krankheit der Person.
Eine neutrale Formulierung ohne Diagnose, zum Beispiel "Gesundheitliche Auszeit, abgeschlossen". Erschöpfung ist verbreitet: Laut Job-Stress-Index fühlen sich 30,3% der Erwerbstätigen emotional erschöpft (swissinfo, 2023). Trotzdem ist eine Krankheit Privatsache und gehört nicht detailliert in den Lebenslauf. Ein Satz ohne Diagnose genügt.
Das Gesetz stützt dich dabei. Nach Art. 328b OR darf der Arbeitgeber nur Daten bearbeiten, die deine Eignung für die Stelle betreffen. Nach einer überstandenen Krankheit geht ihn die Diagnose also nichts an. Schränkt dich eine Krankheit bei der neuen Stelle noch ein, sieht es anders aus: Dann musst du das im Gespräch erwähnen.
Schreib "abgeschlossen" nur, wenn es stimmt. Bist du noch in Behandlung, aber arbeitsfähig, reicht "Gesundheitliche Auszeit". Im Gespräch genügt ein Satz wie: "Ich hatte eine gesundheitliche Auszeit, die abgeschlossen ist. Heute bin ich voll einsatzfähig."
Als eigenen Eintrag mit einem konkreten Ergebnis. Viele bringen aus einer Pause etwas mit: 56% der Beschäftigten haben laut LinkedIn-Umfrage (2022) während einer Karrierepause neue Fähigkeiten gelernt oder bestehende verbessert. Genau das gehört in die Zeile unter dem Zeitraum, etwa ein Sprachzertifikat.
Vollzeit-Weiterbildungen und Sprachaufenthalte sind ohnehin keine Lücken. Sie stehen im Abschnitt Ausbildung, mit Jahr und Abschluss. Wie das aussieht, zeigt der Beitrag Ausbildung im Lebenslauf.
Kurz, ehrlich und mit Blick nach vorn. Kontext hilft dir schon vor dem Gespräch: 51% der Arbeitgeber würden laut LinkedIn-Umfrage (2022) eher zurückrufen, wenn sie den Grund für eine Pause kennen. Im Gespräch selbst reichen drei Sätze: Was war, was du gemacht hast, warum du jetzt bereit bist.
Was du vermeidest: Lange Rechtfertigungen, Kritik am früheren Arbeitgeber und Details zu Krankheit oder Familie. Weitere typische Fragen und Antworten findest du im Beitrag Fragen im Vorstellungsgespräch.
Der häufigste Fehler ist Schweigen: In unserer Analyse blieb die Lücke bei 65 von 138 betroffenen Lebensläufen unerklärt. Noch schwerer wiegen falsche Angaben. Wer Stellen erfindet oder Zeiträume fälscht, riskiert eine fristlose Kündigung nach Art. 337 OR, bei gefälschten Zeugnissen sogar ein Strafverfahren nach Art. 251 StGB.
Geh deinen Lebenslauf mit dieser Liste durch.
Prüfen:
Alle Pausen über drei Monate gefunden
Mehrere kurze Pausen hintereinander beachtet
Militär, Zivildienst und Weiterbildungen eingetragen
Eintragen:
Eigener Eintrag mit Zeitraum im Format MM.JJJJ
Neutrale Bezeichnung in einer Zeile
Kurse, Projekte oder Sprachzertifikate ergänzt, falls vorhanden
Keine Diagnosen, keine Angaben zu Kindern
Daten stimmen mit den Arbeitszeugnissen überein
Gespräch:
Erklärung in drei Sätzen vorbereitet
Keine Kritik am früheren Arbeitgeber
Bezug zur neuen Stelle hergestellt
Ab etwa drei Monaten ohne Stelle, Ausbildung oder andere Tätigkeit solltest du eine Pause erklären. Kürzere Phasen zwischen zwei Stellen sind normal, weil Stellensuche und Kündigungsfristen Zeit brauchen. Im September 2026 waren laut SECO 140'480 Personen in der Schweiz arbeitslos gemeldet, kurze Übergänge kennen Recruiter also gut.
Ja, wenn sie länger als etwa drei Monate dauerte. Ein Eintrag wie "Stellensuche und Weiterbildung" mit Zeitraum genügt. Ergänze Kurse oder Projekte, falls du welche hattest. Erfinde aber nichts: Laut LinkedIn-Umfrage 2022 lehnen 20% der Personalverantwortlichen Kandidaten mit Pausen ab, gefälschte Angaben schaden dir aber mehr.
Nein, eine Diagnose gehört nicht in den Lebenslauf. Eine Zeile wie "Gesundheitliche Auszeit, abgeschlossen" genügt. Nach Art. 328b OR darf der Arbeitgeber nur Daten bearbeiten, die deine Eignung für die Stelle betreffen. Erwähnen musst du eine Krankheit nur, wenn sie dich bei der neuen Stelle noch einschränkt.
Als eigenen Eintrag, zum Beispiel "06.2023 bis 08.2024: Familienzeit". Namen und Alter der Kinder lässt du weg. Der gesetzliche Mutterschaftsurlaub dauert 14 Wochen, eine längere Familienphase ist eine bewusste Entscheidung, die du selbstbewusst angeben kannst. Teilzeitarbeit oder Weiterbildungen in dieser Zeit ergänzt du als Punkt.
Meistens nicht, wenn du es konkret beschreibst. Laut LinkedIn-Umfrage 2022 hatten 62% der Beschäftigten schon eine Karrierepause, und 56% haben dabei neue Fähigkeiten gelernt. Nenne ein Ergebnis wie ein Sprachzertifikat oder einen Freiwilligeneinsatz. Dann wirkt das Sabbatical geplant und nicht wie eine unerklärte Lücke.
Lücken im Lebenslauf sind normal, fast zwei Drittel der Beschäftigten hatten schon eine Pause. Für den Eindruck zählt nicht die Pause selbst, sondern ob du sie offen und knapp benennst: Eigener Eintrag, Zeitraum, neutrale Bezeichnung.
Private Details wie Diagnosen oder Angaben zu Kindern lässt du weg. Im Gespräch reichen drei Sätze, die zeigen, was du gemacht hast und warum du jetzt bereit bist.
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