Zweites Vorstellungsgespräch: Was dich in der zweiten Runde erwartet
Zweites Vorstellungsgespräch: wer am Tisch sitzt, 15 typische Fragen, Präsentation, Assessment, Probearbeit und Lohn. So bereitest du dich auf die 2....
102 Fragen aus dem Schweizer Vorstellungsgespräch in Tabellen: was dahinter steckt, wie du antwortest, welche Fragen unzulässig sind und was du selbst fragst.
Welche Fragen kommen im Schweizer Vorstellungsgespräch wirklich? Hier findest du 102 typische Fragen in zehn Kategorien, jeweils mit dem, was Personalverantwortliche damit prüfen, und einem kurzen Antwort-Tipp. Dazu kommen die STAR-Methode, die Rechtslage bei unzulässigen Fragen und 12 Fragen, die du selbst stellen kannst.
Gute Nachricht für die Vorbereitung: Die meisten Fragen sind vorhersehbar. Strukturierte Interviews, bei denen alle Kandidierenden dieselben Fragen erhalten, sagen den späteren Berufserfolg besser voraus als jedes andere gängige Auswahlverfahren (Sackett et al., zusammengefasst von HumRRO, 2022). Darum setzen viele Firmen auf feste Fragenkataloge.
Was heisst das für dich? Wer die typischen Fragen kennt und für jede zwei, drei Beispiele aus dem eigenen Berufsalltag parat hat, geht deutlich ruhiger ins Gespräch.
Am häufigsten kommen Fragen zu deiner Person, deiner Motivation für genau diese Stelle und zu konkreten Situationen aus deinem Berufsalltag. Weil strukturierte Interviews die beste Vorhersagekraft haben (r = .42, Sackett et al., 2022), wiederholen sich diese Fragen von Firma zu Firma stark.
Diese zehn Fragen solltest du auf jeden Fall vorbereitet haben:
Hinter allen 102 Fragen in diesem Beitrag stecken eigentlich nur drei: Kannst du es? (Fachwissen, Erfahrung), Willst du es? (Motivation, Wechselgrund) und Passt du zu uns? (Arbeitsweise, Team, Werte). Wenn du bei jeder Frage erkennst, welche der drei gemeint ist, fällt die Antwort leichter.
Schweizer Gespräche sind meist sachlich und klar strukturiert. Rechne damit, dass auf eine Antwort zwei, drei Nachfragen folgen: Personalverantwortliche wollen sehen, ob dein Beispiel echt ist und wie tief dein Wissen geht. Das ist kein Misstrauen, sondern Methode. Strukturierte Fragen mit Nachfragen sind das treffsicherste Auswahlinstrument, das die Forschung kennt.
Dazu kommt die Sprache. 41% der Erwerbstätigen in der Schweiz verwenden bei der Arbeit mindestens einmal pro Woche mehr als eine Sprache, Englisch sprechen 24% üblicherweise am Arbeitsplatz (BFS, Sprachen). Steht im Inserat «Englisch verhandlungssicher», kann es gut sein, dass ein Teil des Gesprächs auf Englisch läuft. Bereite deshalb deine Selbstpräsentation auch in der zweiten Sprache vor. Wie du dein Niveau richtig angibst, liest du im Beitrag zu Sprachkenntnissen im Lebenslauf.
Und wie lang darf eine Antwort sein? Als Faustregel: eine bis zwei Minuten. Hauptaussage, Begründung, ein Beispiel. Wollen sie mehr wissen, fragen sie nach.
Der Einstieg prägt den ersten Eindruck. Die Frage «Erzählen Sie uns etwas über sich» kommt in fast jedem Gespräch und ist eine Einladung, deinen roten Faden zu zeigen: woher du kommst, was du kannst, warum diese Stelle der logische nächste Schritt ist. Plane dafür etwa zwei Minuten ein, nicht deinen ganzen Lebenslauf.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 1. Erzählen Sie uns etwas über sich. | Kannst du dich strukturiert präsentieren? | Drei Stationen, die zur Stelle führen, dann deine Motivation. Nichts Privates. |
| 2. Wie würden Ihre Kolleginnen und Kollegen Sie beschreiben? | Selbstbild gegen Fremdbild | Zwei Eigenschaften, je mit einem kurzen Beleg aus dem Alltag. |
| 3. Was motiviert Sie bei der Arbeit? | Passt dein Antrieb zur Stelle? | Etwas, das die Stelle bietet, etwa Kundenkontakt oder Problemlösen. |
| 4. Was war Ihr grösster beruflicher Erfolg? | Was verstehst du unter Erfolg? | Ein messbares Ergebnis, ehrlich mit deinem Anteil am Team. |
| 5. Wie gehen Sie mit Stress um? | Belastbarkeit und Selbstkenntnis | Konkrete Technik, zum Beispiel Priorisieren am Morgen, plus Beispiel. |
| 6. Wie gehen Sie mit Kritik um? | Lernfähigkeit | Eine echte Kritik, die du umgesetzt hast, und was sich danach geändert hat. |
| 7. Was machen Sie in Ihrer Freizeit? | Persönlichkeit, Ausgleich | Kurz und ehrlich. Verbindung zum Job nur, wenn sie natürlich ist. |
| 8. Wie organisieren Sie Ihren Arbeitstag? | Selbstorganisation | Dein System beschreiben: Tools, Prioritäten, Puffer. |
| 9. Arbeiten Sie lieber allein oder im Team? | Passung zur Arbeitsform | Beides können, mit Blick auf die Stelle gewichten. |
| 10. Was ist Ihnen bei einem Arbeitgeber wichtig? | Werte und Erwartungen | Zwei Punkte, die diese Firma tatsächlich bietet. |
| 11. Was haben Sie zuletzt dazugelernt? | Weiterbildungsbereitschaft | Kurs, Buch oder Projekt nennen und wie du es anwendest. |
| 12. Wie würden Sie sich in drei Worten beschreiben? | Selbstreflexion unter Zeitdruck | Drei Begriffe, die zu deinen Beispielen im Gespräch passen. |
Motivationsfragen prüfen, ob du dich bewusst für diese Stelle entschieden hast oder einfach irgendeine suchst. Eine gute Antwort verbindet drei Dinge: etwas Konkretes über die Firma, die Aufgabe und deine Erfahrung. «Weil Sie ein grosses Unternehmen sind» reicht nicht. Über den alten Arbeitgeber sprichst du sachlich, nie abwertend: Die Schweizer Arbeitswelt ist klein, und man kennt sich.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 13. Warum möchten Sie bei uns arbeiten? | Hast du dich mit der Firma befasst? | Ein konkretes Projekt, Produkt oder Wert der Firma plus deine Verbindung dazu. |
| 14. Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben? | Passt die Aufgabe zu dir? | Zwei Anforderungen aus dem Inserat, die du mit Erfahrung belegst. |
| 15. Warum möchten Sie Ihre aktuelle Stelle verlassen? | Flucht oder Entwicklung? | Was dich hinzieht, nicht was dich wegtreibt. Kein Wort gegen den Chef. |
| 16. Was wissen Sie über unser Unternehmen? | Vorbereitung | Aktuelle Entwicklung, Markt, Kundschaft. Quelle: Website, Geschäftsbericht, News. |
| 17. Wer sind unsere wichtigsten Mitbewerber? | Branchenverständnis | Zwei, drei Namen und was die Firma von ihnen unterscheidet. |
| 18. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? | Passen deine Pläne zur Stelle? | Fachlich gewachsen, mehr Verantwortung, gern in dieser Firma. |
| 19. Warum sollten wir gerade Sie einstellen? | Kennst du deinen Mehrwert? | Drei Punkte: Erfahrung, Fähigkeit, Motivation. Jeder mit Beleg. |
| 20. Was reizt Sie an dieser Branche? | Langfristiges Interesse | Entwicklung, die dich fachlich interessiert, mit eigenem Bezug. |
| 21. Bei welchen anderen Firmen haben Sie sich beworben? | Wie ernst ist es dir? | Ehrlich, aber ohne Namen: «Bei zwei Firmen in derselben Branche.» |
| 22. Was erwarten Sie von Ihrer vorgesetzten Person? | Führungsverständnis, Passung | Klare Ziele, Feedback, Vertrauen. Keine Wunschliste. |
| 23. Warum möchten Sie in der Schweiz arbeiten? | Für Zuziehende: bleibst du? | Arbeitsweise, Branche, private Gründe kurz. Nicht nur den Lohn nennen. |
| 24. Was würden Sie in den ersten 100 Tagen tun? | Planungskompetenz | Zuhören, Abläufe verstehen, erste kleine Verbesserung umsetzen. |
Zu deinem Lebenslauf wird gezielt nachgefragt, vor allem bei Wechseln, Lücken und Abschlüssen. Personalverantwortliche gleichen dabei ab, ob Unterlagen und Erzählung zusammenpassen. Kenne deinen eigenen CV deshalb auswendig, inklusive Daten. Wie du Auszeiten erklärst, zeigt der Beitrag zu Lücken im Lebenslauf ausführlich.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 25. Führen Sie uns durch Ihren Lebenslauf. | Roter Faden | Chronologisch, pro Station ein Satz zu Aufgabe und Ergebnis. |
| 26. Was haben Sie in dieser Lücke gemacht? | Offenheit | Kurz, ehrlich, mit dem, was du in der Zeit gelernt oder erledigt hast. |
| 27. Warum haben Sie so oft die Stelle gewechselt? | Wirst du bleiben? | Die Logik hinter den Wechseln zeigen, etwa befristete Projekte. |
| 28. Warum sind Sie so lange bei Ihrem Arbeitgeber geblieben? | Bist du noch flexibel? | Entwicklung innerhalb der Firma aufzeigen, neue Aufgaben nennen. |
| 29. Warum haben Sie diese Ausbildung gewählt? | Entscheidungsweg | Damaliges Interesse und wie es dich bis heute geprägt hat. |
| 30. Was hat Ihnen in Ihrer letzten Stelle am meisten Freude gemacht? | Was motiviert dich wirklich? | Eine Aufgabe, die auch in der neuen Stelle vorkommt. |
| 31. Was hat Ihnen am wenigsten gefallen? | Konfliktpotenzial | Eine Aufgabe, nicht eine Person. Zeigen, wie du damit umgegangen bist. |
| 32. Weshalb steht in Ihrem Zeugnis…? | Stimmen Zeugnis und Erzählung überein? | Sachlich erklären. Zeugnisse vorher selbst nochmals lesen. |
| 33. Haben Sie die Stelle gekündigt oder wurde Ihnen gekündigt? | Ehrlichkeit | Wahrheitsgemäss antworten, kurz einordnen, nach vorne schauen. |
| 34. Dürfen wir Ihre Referenzen kontaktieren? | Hast du Personen, die für dich bürgen? | Ja, mit zwei vorinformierten Personen. Aktuellen Arbeitgeber erst nach Absprache. |
Fachfragen prüfen, ob du die Arbeit tatsächlich kannst. Fachwissenstests haben mit r = .40 eine fast so hohe Vorhersagekraft wie strukturierte Interviews (Sackett et al., 2022). Darum fragen viele Firmen konkret nach: Wie würdest du dieses Problem lösen? Welches Tool hast du dafür genutzt? Die folgenden Fragen sind Beispiele, die Details hängen stark von Beruf und Branche ab.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 35. Wie würden Sie diese Aufgabe aus dem Inserat angehen? | Praxisnähe | Vorgehen in Schritten, mit einem Beispiel aus deiner Erfahrung. |
| 36. Mit welchen Tools und Programmen arbeiten Sie? | Einarbeitungszeit | Tools mit Niveau und wofür du sie genutzt hast. |
| 37. Welche Entwicklung in unserer Branche beschäftigt Sie gerade? | Bist du am Ball? | Ein aktuelles Thema mit eigener Einschätzung. |
| 38. Wie halten Sie Ihr Fachwissen aktuell? | Lernbereitschaft | Konkrete Quellen: Fachverband, Kurse, Newsletter. |
| 39. Erklären Sie uns [Fachbegriff] so, dass es ein Laie versteht. | Verständnis und Kommunikation | Kurz, ohne Fachjargon, mit einem Alltagsvergleich. |
| 40. Wir haben ein Problem mit X. Was würden Sie tun? | Lösungsweg (Case) | Erst Rückfragen stellen, dann laut strukturiert denken. |
| 41. Finanzbranche: Wie erklären Sie einem Kunden ein strukturiertes Produkt? | Beratung und Risiko | Einfach, aber korrekt. Risiken offen nennen. |
| 42. IT: Wie stellen Sie die Code-Qualität sicher? | Arbeitsweise im Team | Reviews, Tests, Standards, mit Beispiel aus einem Projekt. |
| 43. Pharma: Wie gehen Sie mit einer GMP-Abweichung um? | Regelkonformität | Melden, dokumentieren, Ursache klären, Massnahme verfolgen. |
| 44. Gesundheitswesen: Wie stellen Sie Patientensicherheit sicher? | Sorgfalt unter Druck | Kontrollschritte nennen, etwa Vier-Augen-Prinzip bei Medikamenten. |
Verhaltensbasierte Fragen beginnen mit «Erzählen Sie von einer Situation, in der…». Sie zielen auf echte Erfahrungen statt auf Theorie. Mit der STAR-Methode antwortest du darauf strukturiert: Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis. Bereite vier, fünf solche Geschichten vor. Die meisten lassen sich für mehrere Fragen verwenden.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 45. Erzählen Sie von einem schwierigen Kunden. | Kundenorientierung | STAR, Fokus auf deine Handlung und das Ergebnis. |
| 46. Beschreiben Sie einen Konflikt im Team und wie er gelöst wurde. | Konfliktfähigkeit | Sachlich, ohne Schuldzuweisung, mit gemeinsamer Lösung. |
| 47. Erzählen Sie von einem Fehler, den Sie gemacht haben. | Verantwortung | Echter Fehler, schnell bemerkt, offen kommuniziert, daraus gelernt. |
| 48. Wann haben Sie Initiative ergriffen? | Eigenständigkeit | Eine Verbesserung, die du angestossen und mit anderen umgesetzt hast. |
| 49. Beschreiben Sie ein Projekt, das nicht nach Plan lief. | Umgang mit Rückschlägen | Was schieflief, was du getan hast, was du heute anders machst. |
| 50. Wann mussten Sie unter grossem Zeitdruck arbeiten? | Belastbarkeit | Wie du priorisiert hast und was trotzdem gut herauskam. |
| 51. Wann mussten Sie jemanden überzeugen? | Einfluss ohne Macht | Argumente, Zuhören, Kompromiss. Ergebnis nennen. |
| 52. Erzählen Sie von einer schwierigen Entscheidung. | Urteilsvermögen | Optionen, Abwägung, Entscheid, Folgen. |
| 53. Wann haben Sie etwas völlig Neues lernen müssen? | Lerntempo | Vorgehen beim Lernen und wie schnell du produktiv warst. |
| 54. Wann waren Sie mit einer Entscheidung Ihrer vorgesetzten Person nicht einverstanden? | Loyalität und Rückgrat | Bedenken unter vier Augen geäussert, Entscheid dann mitgetragen. |
| 55. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie mehrere Aufgaben gleichzeitig hatten. | Priorisierung | Dein Kriterium für Prioritäten und wie du kommuniziert hast. |
| 56. Wann haben Sie ein Team motiviert? | Führungspotenzial | Auch ohne Führungsfunktion: Beispiel aus Projekt oder Lehre. |
| 57. Erzählen Sie von einer Rückmeldung, die Sie überrascht hat. | Selbstreflexion | Was du daraus gemacht hast, ist wichtiger als die Kritik selbst. |
| 58. Wann haben Sie mit Menschen aus anderen Kulturen oder Sprachregionen gearbeitet? | Zusammenarbeit über Grenzen | Konkretes Beispiel, etwa ein Projekt mit der Romandie. |
| 59. Wann haben Sie einen Prozess verbessert? | Effizienzdenken | Vorher und nachher mit Zahl, zum Beispiel eingesparte Stunden. |
Die Frage nach Stärken und Schwächen gehört zu den Klassikern. Sie prüft vor allem, wie gut du dich selbst kennst. Nenne Stärken, die zur Stelle passen, und belege jede mit einem Beispiel. Bei Schwächen wählst du eine echte, nicht kritische Schwäche und zeigst, was du dagegen tust. Ausführliche Beispielantworten findest du im Beitrag Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 60. Was sind Ihre drei grössten Stärken? | Passung zur Stelle | Drei Stärken aus dem Anforderungsprofil, je mit Beleg. |
| 61. Was ist Ihre grösste Schwäche? | Ehrlichkeit, Entwicklung | Echte Schwäche plus Massnahme. Kein verkapptes Lob wie «Ich bin zu genau». |
| 62. Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbenden? | Kennst du deinen Mehrwert? | Deine Kombination aus Erfahrung und Fähigkeit, ohne Superlative. |
| 63. Wo sehen Sie bei sich Entwicklungsbedarf? | Lernbereitschaft | Ein Thema, das für die Stelle relevant ist, und dein Plan dazu. |
| 64. Welche Rückmeldung bekommen Sie am häufigsten? | Fremdbild | Eine positive und eine kritische, beide ehrlich. |
| 65. Was würde Ihre letzte vorgesetzte Person über Sie sagen? | Konsistenz mit Referenzen | Was auch im Zeugnis oder in der Referenz stehen könnte. |
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 66. Welche Rolle übernehmen Sie typischerweise im Team? | Teamdynamik | Ehrlich: Organisatorin, Ideengeber, Vermittlerin. Mit Beispiel. |
| 67. Wie gehen Sie mit einem Teammitglied um, das nicht mitzieht? | Konfliktstil | Erst das Gespräch suchen, Ursache klären, dann eskalieren, falls nötig. |
| 68. Wie sieht für Sie gute Zusammenarbeit aus? | Werte | Verlässlichkeit, klare Absprachen, offenes Feedback. |
| 69. Wie führen Sie? (Kaderstellen) | Führungsstil | Dein Stil mit einem Beispiel, wie du jemanden entwickelt hast. |
| 70. Wie treffen Sie Entscheidungen im Team? | Partizipation | Meinungen einholen, dann klar entscheiden und begründen. |
| 71. Wie gehen Sie mit Veränderungen um? | Anpassungsfähigkeit | Eine Veränderung, die du aktiv mitgestaltet hast. |
| 72. Wie arbeiten Sie im Homeoffice? | Selbstständigkeit | Feste Struktur, Erreichbarkeit, Ergebnisse statt Präsenz. |
| 73. Wie gehen Sie mit Fehlern anderer um? | Fehlerkultur | Sachlich ansprechen, gemeinsam Lösung suchen. |
| 74. Was tun Sie, wenn Sie nicht weiterwissen? | Hilfe holen statt verstecken | Erst selbst recherchieren, dann gezielt fragen. |
| 75. Wie geben Sie Feedback? | Kommunikation | Konkret, zeitnah, unter vier Augen. Kurzes Beispiel. |
Zu Lohn und Eintrittsdatum wird in der Schweiz meist direkt gefragt. Bei der Kündigungsfrist gilt: Ohne andere Abmachung beträgt sie im ersten Dienstjahr einen Monat, vom zweiten bis neunten zwei Monate und danach drei Monate (Art. 335c OR). Viele Verträge sehen aber längere Fristen vor, also prüfe deinen Vertrag vor dem Gespräch. Wie du deinen Lohn recherchierst und formulierst, zeigt der Beitrag Gehaltsvorstellung in der Bewerbung.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 76. Was sind Ihre Lohnvorstellungen? | Liegst du im Budget? | Brutto-Jahreslohn als Bandbreite von rund 10%, begründet mit dem Markt. |
| 77. Was verdienen Sie aktuell? | Verhandlungsbasis | Wenn du antwortest, dann ehrlich. Grundlohn nennen, Bonus separat erwähnen. |
| 78. Wann können Sie anfangen? | Planung | Kündigungsfrist aus deinem Vertrag nennen, frühestes Datum als TT.MM.JJJJ. |
| 79. Welches Pensum wünschen Sie sich? | Passt dein Pensum? | Klar sagen, ob und wie flexibel du bist. |
| 80. Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten? | Einsatzbereitschaft | Ja bei Spitzen, mit Hinweis auf gute Planung im Normalfall. |
| 81. Wie stehen Sie zu Geschäftsreisen? | Mobilität | Ehrlich mit realistischem Rahmen, etwa einige Tage pro Monat. |
| 82. Welche Zusatzleistungen sind Ihnen wichtig? | Was zählt für dich ausser Lohn? | Ein, zwei Punkte wie Weiterbildung oder flexible Arbeitszeit. |
| 83. Haben Sie eine gültige Arbeitsbewilligung? | Rechtliche Anstellbarkeit | Bewilligung nennen (z. B. B oder C), bei Bedarf Status der Verlängerung. |
Stressfragen und Schätzaufgaben kommen eher selten, am ehesten in Beratung, Finanzbranche und Verkauf. Sie testen, wie du unter Druck denkst, nicht ob du die richtige Zahl weisst. Atme durch, stelle Rückfragen und denke laut in nachvollziehbaren Schritten. Eine ruhige, strukturierte Antwort wirkt besser als eine schnelle.
| Frage | Was dahinter steckt | So antwortest du |
|---|---|---|
| 84. Warum sollten wir Sie nicht einstellen? | Gelassenheit | Ruhig bleiben, eine echte Grenze nennen und einordnen. |
| 85. Verkaufen Sie mir diesen Kugelschreiber. | Verkaufsdenken | Erst nach Bedürfnis fragen, dann Nutzen statt Merkmale verkaufen. |
| 86. Wie viele Tankstellen gibt es in der Schweiz? | Analytisches Schätzen | Rechenweg aufbauen: Fahrzeuge, Tankfrequenz, Kunden pro Tankstelle. |
| 87. Was war Ihre grösste berufliche Niederlage? | Resilienz | Kurz die Situation, ausführlich die Lehre daraus. |
| 88. Ihre Antwort überzeugt mich nicht. Was sagen Sie dazu? | Reaktion auf Gegenwind | Nachfragen, was fehlt, und gezielt ergänzen. Nicht rechtfertigen. |
| 89. Wie würden Sie die Schweiz jemandem erklären, der sie nicht kennt? | Komplexes einfach erklären | Drei Punkte wählen und bei ihnen bleiben. |
| 90. Was würden Sie tun, wenn Sie heute im Lotto gewinnen? | Echte Motivation | Mit Humor, aber ehrlich: Was würdest du beruflich weitermachen? |
Unzulässig sind Fragen, die nichts mit deiner Eignung für die Stelle zu tun haben. Das Obligationenrecht erlaubt dem Arbeitgeber nur Daten, die deine Eignung betreffen oder für den Arbeitsvertrag nötig sind (Art. 328b OR). Zusätzlich verbietet das Gleichstellungsgesetz (Art. 3) Benachteiligungen wegen Geschlecht, Familiensituation oder Schwangerschaft, auch bei der Anstellung.
Auf eine unzulässige Frage darfst du ausweichen oder sogar unwahr antworten. Juristen sprechen vom «Notwehrrecht der Lüge». Bei Fragen mit direktem Bezug zur Stelle gilt dagegen die Wahrheitspflicht (WEKA, Schneeberger, 2026). Die Grenze zieht immer der Bezug zur konkreten Stelle. Welche Angaben schon in den Lebenslauf gehören und welche nicht, liest du im Beitrag zu persönlichen Daten im Lebenslauf.
| Thema | Zulässig? | Hinweis |
|---|---|---|
| Schwangerschaft, Kinderwunsch | Nein | Ausnahme nur, wenn die Arbeit für Schwangere gesundheitlich verboten ist. |
| Religion, Partei, Gewerkschaft | Nein | Ausnahme bei sogenannten Tendenzbetrieben, etwa einer Kirche oder Partei. |
| Zivilstand, Familienplanung | Nein | Kein Bezug zur Eignung. |
| Gesundheit allgemein | Nein | Nur Fragen zur Eignung für die konkrete Tätigkeit sind erlaubt. |
| Militärdienst | Teilweise | Fragen zu geplanten Abwesenheiten betreffen die Planung. Rang oder Haltung zur Armee nicht. |
| Vorstrafen | Teilweise | Nur soweit für die Stelle relevant, etwa ein Strassenverkehrsdelikt bei Chauffeuren. |
| Ausbildung, Erfahrung, Verfügbarkeit | Ja | Hier gilt die Wahrheitspflicht. |
Gegen Ende fragt man dich fast immer: «Welche Fragen haben Sie an uns?» Wer dann nichts fragt, wirkt wenig interessiert. Zwei, drei durchdachte Fragen zeigen dagegen, dass du dir die Stelle konkret vorstellst. Gleichzeitig erfährst du, ob die Stelle wirklich zu dir passt. Fragen zu Lohn und Ferien sparst du dir für ein späteres Gespräch auf, ausser das Gegenüber spricht sie an.
| Frage | Was du damit erfährst |
|---|---|
| 91. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in dieser Stelle aus? | Den echten Alltag hinter dem Inserat |
| 92. Was sind die grössten Herausforderungen in den ersten Monaten? | Wo du gebraucht wirst |
| 93. Woran messen Sie nach einem Jahr, ob ich erfolgreich bin? | Die konkreten Erwartungen |
| 94. Warum ist die Stelle frei? | Neue Stelle oder Fluktuation |
| 95. Wie ist das Team zusammengesetzt? | Grösse, Erfahrung, Arbeitsteilung |
| 96. Wie läuft die Einarbeitung ab? | Wie gut du unterstützt wirst |
| 97. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? | Ob du dich entwickeln kannst |
| 98. Wie wird im Team Feedback gegeben? | Führungs- und Feedbackkultur |
| 99. Welche Projekte stehen im nächsten Jahr an? | Wohin sich die Stelle entwickelt |
| 100. Was schätzen Sie persönlich an dieser Firma? | Ein ehrlicher Eindruck der Kultur |
| 101. Gibt es noch etwas in meinem Profil, das Sie zögern lässt? | Chance, Bedenken direkt auszuräumen |
| 102. Wie geht es nach diesem Gespräch weiter? | Zeitplan und nächste Schritte |
Nach dem Gespräch lohnt sich eine kurze Dankes-Mail. Wie du sie formulierst und wann du nachfragen kannst, zeigen die Beiträge Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch und Status der Bewerbung nachfragen.
Mit dieser Liste gehst du die Vorbereitung Schritt für Schritt durch:
Inhalte:
Selbstpräsentation in etwa zwei Minuten geübt
Drei Gründe für genau diese Firma notiert
Wechselgrund positiv formuliert
Vier bis fünf STAR-Geschichten vorbereitet
Unterlagen und Fakten:
Eigenen Lebenslauf und Zeugnisse nochmals gelesen
Kündigungsfrist im Vertrag geprüft
Lohnvorstellung als Brutto-Jahreslohn recherchiert
Gesprächsende:
Zwei bis drei eigene Fragen ausgewählt
Reaktion auf unzulässige Fragen überlegt
Selbstpräsentation auch in der zweiten Sprache geübt, falls im Inserat verlangt
«Erzählen Sie uns etwas über sich» eröffnet die meisten Gespräche. Bereite dafür eine Selbstpräsentation von etwa zwei Minuten vor: drei relevante Stationen, deine wichtigste Fähigkeit und warum diese Stelle der logische nächste Schritt ist. Private Details und eine Nacherzählung des ganzen Lebenslaufs lässt du weg.
Alle 102 auswendig zu lernen, ist nicht nötig. Bereite die zehn häufigsten Fragen gründlich vor und dazu vier bis fünf STAR-Geschichten, die du flexibel einsetzen kannst. Weil strukturierte Interviews mit r = .42 die höchste Vorhersagekraft haben (Sackett et al., 2022), wiederholen sich die Fragen stark.
Ja. Ein kurzes «Darf ich mir dazu einen Moment überlegen?» wirkt überlegt, nicht unsicher. Eine durchdachte Antwort nach fünf Sekunden ist besser als eine schnelle, die am Thema vorbeigeht. Bei Schätzaufgaben gehört das laute Nachdenken sogar zur Aufgabe, denn der Rechenweg zählt mehr als die Zahl.
Ruhig bleiben und einfach weitersprechen. 41% der Erwerbstätigen in der Schweiz nutzen bei der Arbeit wöchentlich mehr als eine Sprache (BFS), ein Sprachwechsel ist also realistisch. Übe deine Selbstpräsentation und zwei, drei STAR-Geschichten vorab in der Sprache, die im Inserat verlangt wird.
Nein. Die Frage ist unzulässig, weil sie nichts mit deiner Eignung zu tun hat (Art. 328b OR) und eine Benachteiligung wegen Schwangerschaft gegen das Gleichstellungsgesetz verstösst. Du darfst ausweichen oder nach dem «Notwehrrecht der Lüge» sogar unwahr antworten. Ausnahme: Die Arbeit ist für Schwangere gesundheitlich verboten.
Externe Quellen:
Die Fragen im Schweizer Vorstellungsgespräch sind weniger überraschend, als viele denken. Wer die Klassiker kennt, vier bis fünf STAR-Geschichten parat hat und weiss, welche Fragen unzulässig sind, kann sich im Gespräch auf das Wesentliche konzentrieren: zeigen, dass er oder sie die Stelle kann, will und ins Team passt.
Nimm dir die Tabellen vor, markiere die Fragen, die für deine Stelle am wahrscheinlichsten sind, und übe die Antworten laut. Am besten mit jemandem, der nachhakt.
Zweites Vorstellungsgespräch: wer am Tisch sitzt, 15 typische Fragen, Präsentation, Assessment, Probearbeit und Lohn. So bereitest du dich auf die 2....
Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch: wie lange du wartest, wann du nachfragst und 4 Muster für Dankes-Mail, Zusage, Absage und Feedback-Anfrage.
Hobbys im Lebenslauf: Welche passen, wie du sie formulierst, was du weglässt. 41% in der Schweiz engagieren sich in Vereinen. Mit Beispielen und...