Lebenslauf

Was gehört in einen Lebenslauf? Alle Angaben im Überblick

Was gehört in einen Lebenslauf? Pflicht, optional, weglassen: Unsere Auswertung von 340 CVs zeigt, 49% nennen unnötig den Zivilstand. Mit Checkliste.

 

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Was gehört in einen Lebenslauf und was nicht? Dieser Beitrag geht jeden Bestandteil durch und sagt dir klar, was hineingehört, was optional ist und was du streichen kannst. Grundlage sind unsere Auswertung von 340 Lebensläufen und die rechtlichen Regeln in der Schweiz.

Recruiter entscheiden laut einer Eyetracking-Studie von Ladders im Schnitt nach 7,4 Sekunden, ob sie weiterlesen. Jede Zeile im Lebenslauf muss sich diesen Platz verdienen. Was passiert, wenn dort Dinge stehen, die niemand braucht?

Dann fehlt der Platz für das, was zählt. In unserer Auswertung von 340 Lebensläufen nannten 49% den Zivilstand, gleichzeitig hatten 26% Stellen ganz ohne Beschreibung. Zu viel Privates, zu wenig Inhalt: Genau das klärt diese Übersicht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hinein gehören Kontaktdaten, Geburtsdatum, Foto, Berufserfahrung mit Ergebnissen, Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen.
  • Zivilstand, Kinder und Heimatort gehören nicht mehr hinein. 49% nennen trotzdem den Zivilstand.
  • Führerausweis, Hobbys und Referenzen nur, wenn sie zur Stelle passen.
  • Falsche Angaben können zur fristlosen Kündigung führen.

Was gehört in jeden Schweizer Lebenslauf?

In jeden Schweizer Lebenslauf gehören Kopfbereich mit Foto, Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen. Fehlt einer dieser Teile, fällt das auf. In unserer Auswertung von 340 Lebensläufen hatten 26% Stellen ohne Beschreibung, bei 20% fehlten die persönlichen Angaben und bei 13% die Kenntnisse ganz.

Bestandteil Was genau hineingehört Mehr dazu
Kopfbereich Name, Adresse, Mobilnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Foto. Bei Ausländern Nationalität und Ausweis Persönliche Daten
Berufserfahrung Zeitraum (MM.JJJJ), Jobtitel, Arbeitgeber, Ort, Pensum, drei bis fünf Punkte mit Ergebnissen Berufserfahrung
Ausbildung Abschlüsse ab Berufslehre oder Matura mit exakter Bezeichnung, etwa "Kauffrau EFZ" Ausbildung
Kenntnisse Konkrete Programme, Methoden und Fachwissen mit Niveau EDV-Kenntnisse
Sprachen Alle relevanten Sprachen mit Niveau A1 bis C2 Sprachkenntnisse

Die Berufslehre gehört übrigens auch dann hinein, wenn du später studiert hast. In der Schweiz hat das EFZ einen hohen Stellenwert und zeigt Praxiserfahrung. Wie die einzelnen Teile angeordnet werden, erklärt der Beitrag Lebenslauf Schweiz.

Zu viel und zu wenig im Lebenslauf (Anteil der CVs) Steht unnötig drin Führerausweis ohne Stellenbezug 56% Zivilstand 49% Heimat- oder Geburtsort 42% Kinder oder Familie 35% Fehlt Stellen ohne Beschreibung 26% Keine persönlichen Angaben 20% Kein Foto 14% Keine Kenntnisse 13% Quelle: Truast, Auswertung von 340 Lebensläufen, 2026
Unnötige Angaben sind häufiger als fehlende: Streichen bringt oft mehr als Ergänzen.

Welche Angaben sind im Lebenslauf optional?

Optional sind Angaben, die nur bei bestimmten Stellen etwas aussagen: Führerausweis, Kurzprofil, LinkedIn, Referenzen, Hobbys oder Militärdienst. Der Fehler liegt meist darin, sie ohne Grund aufzuführen. In unserer Auswertung von 340 Lebensläufen stand der Führerausweis bei 56% ohne jeden Bezug zur Stelle.

Angabe Wann sinnvoll?
Kurzprofil Bei Quereinstieg, Führungsrollen oder vielen Stationen: 2-3 Zeilen ganz oben
Führerausweis Wenn die Stelle Fahren verlangt, etwa im Aussendienst, in der Logistik oder im Handwerk
LinkedIn, Portfolio Wenn das Profil aktuell ist, Portfolio vor allem in kreativen und technischen Berufen
Weiterbildungen Wenn sie zur Stelle passen, etwa CAS, DAS, MAS oder Branchenzertifikate
Referenzen Zwei bis drei Personen mit Einverständnis oder "Referenzen auf Anfrage"
Hobbys, Ehrenamt Maximal drei, wenn sie etwas über dich aussagen, etwa Vereinsvorstand oder Samariter
Militärdienst Nur mit Führungsfunktion, dann wie eine Stelle beschreiben
Publikationen In Wissenschaft, Forschung und spezialisierten Fachrollen

Und das Foto? Rechtlich ist es optional, in der Schweiz aber üblich. In unserer Auswertung fehlte es bei 14% der Lebensläufe, bei weiteren 36% war es ungenügend. Tipps findest du im Beitrag Bewerbungsfoto im Lebenslauf.

Was gehört nicht in den Lebenslauf?

Nicht hinein gehören Angaben, die nichts über deine Eignung aussagen. Arbeitgeber dürfen laut Art. 328b OR nur Daten bearbeiten, die deine Eignung für die Stelle betreffen. Trotzdem nannten in unserer Auswertung 49% den Zivilstand, 42% Heimat- oder Geburtsort und 35% Kinder oder Familie.

❌ Streichen:

- Zivilstand, Kinder, Geschwister
- Berufe oder Namen der Eltern und des Partners
- Heimatort und Geburtsort
- "Nationalität: Schweiz" bei Schweizerinnen und Schweizern
- Primar- und Sekundarschule, sobald du eine Lehre oder Matura hast
- Religion, politische Haltung, Gewerkschaftsmitgliedschaft
- Gesundheit, Schwangerschaft, Körpergrösse, Gewicht
- AHV-Nummer, Lohnvorstellung, Kündigungsgründe
- Unterschrift und Datum am Ende

Warum stehen diese Angaben so oft drin? Viele Vorlagen und ältere Ratgeber stammen aus einer Zeit, in der der Lebenslauf eine Art Personalakte war. Wer seinen CV über Jahre nur ergänzt, schleppt diese Altlasten mit. Ein Blick mit frischen Augen lohnt sich. Die Ausnahme: Bei kirchlichen Arbeitgebern kann die Konfession relevant sein.

Was passiert bei falschen Angaben im Lebenslauf?

Falsche Angaben können den Arbeitsvertrag gefährden. Wer bei Qualifikationen oder Werdegang bewusst täuscht, riskiert, dass der Arbeitgeber den Vertrag wegen absichtlicher Täuschung nach Art. 28 OR anficht. Auch eine fristlose Kündigung nach Art. 337 OR ist möglich, je nach Schwere.

Gefälschte Diplome oder Zeugnisse können zudem als Urkundenfälschung nach Art. 251 StGB strafbar sein. Lohnt sich das Risiko? Nein. Ehrlich darstellen heisst aber nicht, alles zu erzählen. Du darfst weglassen, was privat ist oder nichts mit der Stelle zu tun hat. Und du darfst Sprachkenntnisse realistisch einstufen, statt "verhandlungssicher" zu schreiben, wenn es nur für B1 reicht.

Wie passt du den Inhalt an Situation und Branche an?

Die Bestandteile bleiben gleich, die Gewichtung ändert sich. Zwei Seiten sind fast immer genug: In unserer Auswertung von 340 Lebensläufen waren 59% länger als zwei Seiten, meist wegen Angaben, die für die Stelle keine Rolle spielen. Wer gezielt auswählt, bleibt kürzer und wirkt klarer.

Situation Was du anders gewichtest
Berufseinsteiger Ausbildung vor Berufserfahrung, Praktika, Projekte und Nebenjobs mit Bezug zur Stelle
Quereinsteiger Kurzprofil, das den Wechsel begründet, übertragbare Ergebnisse, passende Weiterbildungen
Führungskräfte Executive Summary, Budget, Führungsspanne, strategische Ergebnisse, VR-Mandate
Internationale Firmen Oft ohne Foto und Geburtsdatum, häufig auf Englisch
IT und Tech Technologien konkret, GitHub oder Portfolio, Projekte
Gesundheitswesen Diplome und Anerkennungen vollständig, Sprachen, Schichterfahrung
Kreativbranche Portfolio-Link oben, Projekte vor Arbeitgebern, mehr Gestaltungsfreiheit

Mehr dazu in den Beiträgen Lebenslauf für Berufseinsteiger, Lebenslauf für Führungskräfte und Schweizer CV im Vergleich.

In welcher Reihenfolge stehen die Angaben?

Bewährt hat sich diese Reihenfolge, antichronologisch innerhalb jedes Abschnitts. Eine feste Ordnung hilft: In unserer Auswertung hatten 52% der 340 Lebensläufe eine unübersichtliche Struktur. Laut Ladders schneiden klare Abschnitte mit eindeutigen Überschriften am besten ab.

📋 Standard-Reihenfolge:

1. Kopfbereich mit Foto
2. Kurzprofil (optional)
3. Berufserfahrung
4. Ausbildung
5. Weiterbildungen (optional)
6. Kenntnisse und Sprachen
7. Referenzen oder "auf Anfrage"
8. Hobbys und Engagement (optional)

Berufseinsteiger stellen die Ausbildung vor die Berufserfahrung. Wie du die Abschnitte Schritt für Schritt füllst, zeigt die Anleitung Lebenslauf erstellen.

Checkliste: Was gehört in deinen Lebenslauf?

Geh deinen Lebenslauf mit dieser Liste durch, bevor du ihn verschickst.

Gehört hinein:

Name, Adresse, Mobilnummer, seriöse E-Mail
Geburtsdatum
Professionelles Foto
Nationalität und Ausweis (nur bei Ausländern)
Berufserfahrung mit Ergebnissen
Ausbildung ab Lehre oder Matura
Kenntnisse mit Niveau
Sprachen nach A1 bis C2

Nur wenn relevant:

Kurzprofil
Führerausweis
LinkedIn oder Portfolio
Weiterbildungen
Referenzen
Hobbys und Ehrenamt (max. drei)

Gestrichen:

Zivilstand, Kinder, Familie
Heimat- und Geburtsort
Primar- und Sekundarschule
Religion, Politik, Gesundheit
AHV-Nummer und Lohnvorstellung

Häufige Fragen zum Inhalt des Lebenslaufs

Was gehört zwingend in einen Lebenslauf?

Kontaktdaten, Geburtsdatum, Foto, Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen. Ausländische Bewerbende ergänzen Nationalität und Ausweis. In einer Truast-Auswertung von 340 Lebensläufen fehlten bei 20% die persönlichen Angaben und bei 13% die Kenntnisse, beides fällt Recruitern sofort auf.

Gehört der Zivilstand in den Lebenslauf?

Nein. Der Zivilstand sagt nichts über deine Eignung aus und gilt heute als überholt. Trotzdem nannten ihn in einer Truast-Auswertung 49% der Lebensläufe. Dasselbe gilt für Kinder, Heimatort und Geburtsort. Nutze den Platz lieber für Ergebnisse aus deiner Berufserfahrung.

Muss ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Nein, Hobbys sind optional. Sie lohnen sich, wenn sie etwas über dich aussagen, etwa ein Vereinsvorstand, Ehrenamt oder Teamsport. Nenne höchstens drei und bleib konkret: "Halbmarathon, Vorstand Turnverein" sagt mehr als "Sport und Reisen". Mehr dazu im Beitrag zu Hobbys im Lebenslauf.

Darf ich im Lebenslauf etwas weglassen?

Ja. Du darfst weglassen, was privat ist oder nichts mit der Stelle zu tun hat. Lügen darfst du nicht: Falsche Angaben zu Qualifikationen können eine Anfechtung des Vertrags nach Art. 28 OR oder eine fristlose Kündigung nach Art. 337 OR nach sich ziehen. Längere Lücken erklärst du kurz.

Gehört die Primarschule in den Lebenslauf?

Nein, sobald du eine Berufslehre, Matura oder ein Studium abgeschlossen hast. In einer Truast-Auswertung listeten 23% der Lebensläufe noch Primar- und Sekundarschule auf. Nur wer noch in der obligatorischen Schule ist oder gerade eine Lehrstelle sucht, nennt den Schulabschluss.

Weiterführende Ressourcen

Fazit: Weniger Privates, mehr Inhalt

In einen Schweizer Lebenslauf gehört alles, was deine Eignung zeigt: Kontakt, Foto, Berufserfahrung mit Ergebnissen, Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen. Was privat ist oder nichts mit der Stelle zu tun hat, lässt du weg.

Unsere Auswertung von 340 Lebensläufen zeigt: Unnötige Angaben sind häufiger als fehlende. Wer streicht, gewinnt Platz für das, was Recruiter wirklich lesen wollen.

Dein Lebenslauf mit Truast erstellen

Truast führt dich durch alle Bestandteile und lässt Felder weg, die nicht in einen Schweizer Lebenslauf gehören.

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