Motivationsschreiben schreiben: In 7 Schritten zum fertigen Brief
Motivationsschreiben schreiben in 7 Schritten, mit Beispielbrief und Checkliste. Zugeschnittene Schreiben bringen 53% mehr Rückmeldungen als keines.
Bewerbungsschreiben schreiben: Matching-Tabelle, Satzbausteine für jeden Teil und 3 Beispiele. Zugeschnittene Schreiben bringen 53% mehr Rückmeldungen.
Ein gutes Bewerbungsschreiben besteht aus wenigen Bausteinen: einer Einleitung mit Bezug zur Stelle, zwei bis drei Belegen und einem klaren Schluss. Dieser Beitrag gibt dir die Werkzeuge dafür. Mit einer Matching-Tabelle findest du die richtigen Argumente, mit Satzbausteinen formulierst du jeden Teil, und drei Beispiele aus Detailhandel, Informatik und Verwaltung zeigen, wie das fertige Schreiben aussieht.
Kann man ein Bewerbungsschreiben für mehrere Stellen verwenden? Lieber nicht. In einem Experiment mit 7'287 Bewerbungen erhielten Bewerbungen mit einem auf die Stelle zugeschnittenen Schreiben 53% mehr Rückmeldungen als Bewerbungen ohne Schreiben. Allgemeine Standardbriefe brachten dagegen kaum etwas (ResumeGo, 2020).
Zuschneiden klingt nach viel Arbeit, ist es mit dem richtigen Werkzeug aber nicht. Die Matching-Tabelle unten zeigt dir in wenigen Minuten, welche Argumente in dein Schreiben gehören. Die Bausteine helfen dir, sie zu formulieren, ohne jedes Mal bei null zu beginnen.
Das Bewerbungsschreiben ist der einseitige Brief, der deinen Lebenslauf begleitet und erklärt, warum du für genau diese Stelle passt. In der Schweiz wird dafür meist der Begriff «Motivationsschreiben» verwendet. Schweizer Arbeitgeber nehmen es ernst: 74% halten es für wichtig oder sehr wichtig (JobCloud/LINK, 2022).
In Deutschland ist das anders: Dort ist das Motivationsschreiben ein eigenes Dokument. Was das für deine Bewerbung bedeutet, erklärt der Beitrag Bewerbungsschreiben Schweiz: Was anders ist als in Deutschland. Wie der Brief formal aufgebaut ist, vom Briefkopf bis zur Grussformel, zeigt der Beitrag Aufbau und Layout.
Die Matching-Tabelle ordnet jeder wichtigen Anforderung der Stelle einen Beleg aus deiner Erfahrung zu und daraus einen Satz für das Bewerbungsschreiben. So schreibst du nur über das, was zählt. Das ist der Kern des Zuschneidens, der laut ResumeGo (2020) den Unterschied zwischen 53% mehr Rückmeldungen und fast keinem Effekt macht.
Leg dir die Tabelle mit vier Spalten an. In die erste kommen die Anforderungen aus der Ausschreibung, in die zweite deren Gewicht. Die dritte füllst du mit Belegen, die vierte erst ganz am Schluss:
| Anforderung | Gewicht | Mein Beleg | Satz im Schreiben |
|---|---|---|---|
| [aus der Ausschreibung] | Muss / Kann | [Situation, Zahl, Ergebnis] | [ein Satz] |
| […] | … | … | … |
Wie sieht das ausgefüllt aus? Hier das Beispiel von Aylin Demir, Detailhandelsfachfrau EFZ, die sich als stellvertretende Filialleiterin bei der Muster Mode AG in St. Gallen bewirbt. Person und Firma sind erfunden.
| Anforderung | Gewicht | Mein Beleg | Satz im Schreiben |
|---|---|---|---|
| Erfahrung im Modedetailhandel | Muss | 6 Jahre bei einer Kette, davon 2 als Teamleiterin | «Seit sechs Jahren arbeite ich im Modedetailhandel, seit 2024 als Teamleiterin.» |
| Führung eines Teams | Muss | Team mit 5 Personen, Einsatzplanung, Einarbeitung von Lernenden | «Ich plane die Einsätze für ein Team von fünf Personen und begleite unsere zwei Lernenden.» |
| Umsatzverantwortung | Muss | Aktion im Herbst 2025: Umsatz der Abteilung +12% gegenüber Vorjahr | «Mit einer neuen Warenpräsentation haben wir den Herbstumsatz der Abteilung um 12% gesteigert.» |
| Französischkenntnisse | Kann | B1, keine Praxis im Verkauf | weglassen, steht im Lebenslauf |
Woran erkennst du, was «Muss» ist? Muss-Kriterien stehen in der Ausschreibung meist oben, sind mehrfach genannt oder mit «zwingend» und «sehr gute» markiert. Formulierungen wie «von Vorteil» sind Kann-Kriterien. Fehlt dir ein Muss-Kriterium ganz, such eine vergleichbare Erfahrung oder erwähn kurz, wie du die Lücke schliesst.
Die Einleitung verbindet in zwei bis drei Sätzen die Stelle mit deiner wichtigsten Qualifikation. Welcher Einstieg passt, hängt von deiner Situation ab. Die Bausteine unten kannst du kombinieren und mit deinen Angaben füllen. Ein Satz aus Spalte «Aufhänger» und einer aus «Brücke» ergeben bereits eine solide Einleitung.
Was du in der Einleitung weglässt: «Hiermit bewerbe ich mich», «Mit grossem Interesse habe ich» und den Hinweis, wo du die Stelle gefunden hast, ausser bei einer persönlichen Empfehlung. Mehr Einstiege für besondere Situationen zeigt der Guide zur Einleitung.
Im Hauptteil verwandelst du die Zeilen deiner Matching-Tabelle in zwei bis drei Absätze. Die Grundformel für jeden Belegsatz lautet: Anforderung, was du getan hast, was dabei herauskam. Dazu kommt ein Absatz zum Unternehmen. Schweizer Unternehmen schätzen, dass rund 39% der Bewerbungen teilweise mit KI entstehen (AMOSA, 2026). Konkrete Belege heben dich davon ab.
Wie viele Belege passen hinein? Meist zwei bis drei, mehr sprengt die Seite. Nimm die Muss-Kriterien mit den stärksten Zahlen. Formulierungen für jeden Absatztyp und einen kompletten Beispiel-Hauptteil findest du im Guide zum Hauptteil.
Der Schluss braucht zwei Sätze: einen Gesprächswunsch und, falls gefragt, deine Verfügbarkeit. Danach folgen «Freundliche Grüsse» und dein Name. «Mit freundlichen Grüssen» gilt in der Schweiz als veraltet (Südostschweiz), und eine Unterschrift brauchst du bei einer digitalen Bewerbung nicht.
Weitere Varianten für Initiativbewerbungen oder interne Wechsel stehen im Guide zum Schluss.
Die drei Beispiele zeigen den Text ab der Anrede, der Briefkopf ist weggelassen. Alle sind aus Matching-Tabelle und Bausteinen entstanden. Personen und Arbeitgeber sind erfunden.
Was haben die drei gemeinsam? Jedes beginnt mit einem Bezug zur Stelle, belegt zwei bis drei Anforderungen mit Zahlen und endet mit einem Gesprächswunsch ohne Konjunktiv. Das Layout dafür findest du in den Bewerbungsschreiben-Vorlagen.
Die meisten Fehler entstehen, weil das Schreiben nicht auf die Stelle zugeschnitten ist oder Schweizer Konventionen fehlen. Beides fällt sofort auf und verschenkt den Vorteil, den ein gutes Bewerbungsschreiben bringt. Prüf deinen Entwurf gegen diese Liste, bevor du ihn verschickst.
Geh diese Punkte durch, bevor du das PDF speicherst. Lies das Schreiben zum Schluss einmal laut, und lass es wenn möglich von einer zweiten Person gegenlesen.
Vorbereitung:
Matching-Tabelle mit Muss- und Kann-Kriterien ausgefüllt
Zu jedem Muss-Kriterium ein Beleg, möglichst mit Zahl
Ansprechperson und ein Grund für das Unternehmen recherchiert
Text:
Einleitung mit Bezug zur Stelle, ohne Floskel
Zwei bis drei Belegsätze im Hauptteil
Gesprächswunsch ohne Konjunktiv, Verfügbarkeit falls gefragt
«Freundliche Grüsse» und dein Name
Form:
Eine A4-Seite, «ss» statt «ß», Anrede ohne Komma
Gleiches Design wie der Lebenslauf, als PDF gespeichert
Verschickst du die Bewerbung per Mail, zeigt der Guide zur Bewerbung per E-Mail, wie die Begleit-Mail aussieht.
Zuerst sammelst du in einer Matching-Tabelle die wichtigsten Anforderungen der Stelle und ordnest jeder einen Beleg zu. Daraus schreibst du eine Einleitung mit Bezug zur Stelle, zwei bis drei Belegsätze und einen kurzen Schluss mit Gesprächswunsch. Zugeschnittene Schreiben bringen laut ResumeGo (2020) 53% mehr Rückmeldungen.
Maximal eine A4-Seite, also rund 250 bis 400 Wörter ohne Briefkopf. Die Einleitung hat zwei bis drei Sätze, der Hauptteil zwei bis drei Absätze und der Schluss zwei Sätze. Wird es länger, streich zuerst, was schon im Lebenslauf steht oder zu keiner Anforderung passt.
Ja, zumindest Einleitung und Belege. Allgemeine Standardbriefe brachten im ResumeGo-Experiment (2020) kaum mehr Rückmeldungen als gar kein Schreiben. Die Bausteine und viele Belegsätze kannst du aber wiederverwenden und für jede Stelle neu zusammensetzen. Mit der Matching-Tabelle geht das schnell.
Konzentrier dich auf die Muss-Kriterien, die du erfüllst, und belege sie gut. Fehlt dir eines, nenn eine vergleichbare Erfahrung oder kurz, wie du die Lücke schliesst, etwa mit einer laufenden Weiterbildung. Kann-Kriterien, die du nicht erfüllst, lässt du einfach weg.
In der Schweiz meist ja, beide Begriffe meinen den einseitigen Brief zur Stellenbewerbung. 74% der Schweizer Arbeitgeber finden ihn wichtig (JobCloud/LINK, 2022). In Deutschland ist das Motivationsschreiben dagegen ein eigenes, oft längeres Dokument, etwa für Studienplätze oder Stipendien.
Ein Bewerbungsschreiben schreibt sich leichter, wenn du nicht beim ersten Satz beginnst, sondern bei der Matching-Tabelle. Sie zeigt dir, welche zwei bis drei Belege in den Text gehören. Die Bausteine helfen dir dann, Einleitung, Hauptteil und Schluss zu formulieren.
Wiederverwenden darfst du die Bausteine, nicht den ganzen Text. Für jede Stelle setzt du sie neu zusammen. Genau das unterscheidet ein zugeschnittenes Bewerbungsschreiben von einem Standardbrief.
Motivationsschreiben schreiben in 7 Schritten, mit Beispielbrief und Checkliste. Zugeschnittene Schreiben bringen 53% mehr Rückmeldungen als keines.
Bewerbung schreiben Schweiz: Unterlagen, Ablauf in 5 Schritten, typische Fehler. Im Schnitt dauert eine Bewerbung 60 Minuten. Mit Checkliste und FAQ.
Motivationsschreiben Aufbau für die Schweiz: 9 Elemente, Layout, Anrede ohne Komma, Grussformel. 74% der Arbeitgeber finden das Schreiben wichtig.