Motivationsschreiben

Schluss im Motivationsschreiben: So formulierst du einen starken Schlusssatz

Schluss im Motivationsschreiben: 2-3 Sätze, Gesprächswunsch ohne Konjunktiv, Verfügbarkeit, Grussformel. Mit Beispielen und Vorher-nachher-Vergleich.

 

Subscribe

Zwei bis drei Sätze, eine Grussformel, dein Name: Der Schluss ist der kürzeste Teil des Motivationsschreibens. Trotzdem passieren hier viele Fehler, vom Konjunktiv bis zur falschen Grussformel. Dieser Beitrag zeigt dir, was in den Schluss gehört, wie du um ein Gespräch bittest, ohne zu fordern oder zu betteln, wie du deine Verfügbarkeit nennst und wie der Schluss in verschiedenen Situationen klingt.

Ist der Schluss nicht einfach Formsache? Nicht ganz. Ein zugeschnittenes Motivationsschreiben bringt laut einem Experiment mit 7'287 Bewerbungen 53% mehr Rückmeldungen als keines (ResumeGo, 2020). Ein Standardsatz am Ende verschenkt einen Teil dieses Vorteils.

Gleichzeitig ist der Schluss die Stelle, an der viele Schreiben gleich klingen. «Über eine Einladung würde ich mich sehr freuen» steht in unzähligen Bewerbungen. Und 55% der Unternehmen trauen sich zu, KI-Texte zu erkennen (AMOSA, 2026). Ein kurzer, konkreter Schluss fällt deshalb positiv auf.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Schluss hat zwei bis drei Sätze: Gesprächswunsch, bei Bedarf Verfügbarkeit.
  • Kein Konjunktiv: «Ich freue mich» statt «Ich würde mich freuen».
  • «Freundliche Grüsse» und dein Name, keine Unterschrift bei digitalen Bewerbungen.
  • Nicht fordern, nicht betteln, keine neuen Argumente.

Was gehört in den Schluss des Motivationsschreibens?

In den Schluss gehören zwei Dinge: der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch und, wenn relevant, deine Verfügbarkeit. Optional fasst ein Satz deine wichtigste Stärke zusammen. Danach folgen «Freundliche Grüsse» und dein Name. Neue Argumente oder eine nicht verlangte Lohnvorstellung haben im Schluss nichts zu suchen.

✅ Die Bausteine des Schlusses:

1. Gesprächswunsch (Pflicht): ein Satz, der um ein persönliches Gespräch bittet
2. Verfügbarkeit (bei Bedarf): Eintrittstermin oder Kündigungsfrist
3. Kernaussage (optional): ein Satz, der deine wichtigste Stärke bündelt, ohne den Hauptteil zu wiederholen
4. Grussformel und Name: «Freundliche Grüsse», Leerzeile, Vor- und Nachname

Was im Schluss ausserdem stehen kann, etwa die Lohnvorstellung, wenn sie verlangt ist, erklärt der Beitrag Was gehört in ein Schweizer Motivationsschreiben?

Wie lang ist der Schluss?

Zwei bis drei Sätze, rund 30 bis 50 Wörter. Der Schluss sollte nie länger sein als die Einleitung. Bei einem Motivationsschreiben mit 250 bis 400 Wörtern macht er etwa ein Zehntel aus. Alles, was du hier zusätzlich schreibst, schwächt den Gesprächswunsch, statt ihn zu stärken.

Woran erkennst du, dass dein Schluss zu lang ist? Wenn er einen neuen Beleg enthält, gehört dieser in den Hauptteil. Wenn er den Hauptteil zusammenfasst, streich die Zusammenfassung. Die Proportionen aller Teile zeigt der Beitrag Motivationsschreiben Aufbau.

Wie formulierst du den Gesprächswunsch?

Der Gesprächswunsch ist selbstbewusst, aber nicht fordernd, und kommt ohne Konjunktiv aus. Formulierungen wie «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch» oder «Ich freue mich auf ein Gespräch» sind in der Schweiz Standard. Je nach Branche darfst du direkter oder etwas persönlicher werden.

Variante Formulierung Passt für
Klassisch «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation.» Bank, Versicherung, Verwaltung
Mit Bezug zur Stelle «Gerne zeige ich Ihnen in einem Gespräch, wie ich Ihr Team beim Ausbau des Standorts unterstütze.» alle Branchen
Mit Ideen «Erste Ideen für Ihre Kampagnen bespreche ich gerne mit Ihnen persönlich.» Marketing, Kreativ, Beratung
Direkt «Ich freue mich auf ein Gespräch, gerne auch per Video.» Tech, Start-ups
❌ Diese Formulierungen vermeidest du:

- «Ich würde mich sehr freuen, wenn…»: Konjunktiv, wirkt unsicher
- «Falls Sie Interesse haben…»: zu passiv
- «Ich erwarte Ihre Einladung.»: zu fordernd
- «Sie werden es nicht bereuen.»: überheblich
- «Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.»: belehrend
- «Bitte geben Sie mir eine Chance.»: bittend statt überzeugend
- «Ich freue mich auf Ihre positive Rückmeldung.»: setzt das Ergebnis voraus

Wann und wie nennst du deine Verfügbarkeit?

Die Verfügbarkeit nennst du, wenn die Ausschreibung nach dem Eintrittstermin fragt, wenn du sofort starten kannst oder wenn deine Kündigungsfrist ungewöhnlich lang ist. Ein Satz genügt. Das Datum schreibst du im Format TT.MM.JJJJ, Helvetismen wie «per» und «ab» sind in Schweizer Bewerbungen üblich.

✅ Formulierungen für die Verfügbarkeit:

Sofort: «Ich bin per sofort verfügbar.»
Mit Kündigungsfrist: «Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ich bin ab 01.05.2026 verfügbar.»
Mit Spielraum: «Mein frühester Eintritt ist der 01.04.2026, über den genauen Termin spreche ich gerne mit Ihnen.»
Nach Projektabschluss: «Nach dem Abschluss meines aktuellen Projekts Ende März bin ich ab 01.04.2026 verfügbar.»

Wann lässt du die Verfügbarkeit weg? Wenn die Ausschreibung nicht danach fragt und deine Frist der üblichen von ein bis drei Monaten entspricht. Bei Initiativbewerbungen ist sie meist noch kein Thema.

Welche Grussformel steht am Ende?

In der Schweiz schreibst du «Freundliche Grüsse». «Mit freundlichen Grüssen» gilt als veraltet (Südostschweiz). Darunter folgt nach einer Leerzeile dein Vor- und Nachname. Eine Unterschrift brauchst du bei der digitalen Bewerbung nicht, auch keine eingescannte.

Grussformel Einsatz
Freundliche Grüsse Standard, passt überall
Beste Grüsse Start-ups und Agenturen mit lockerem Ton
Herzliche Grüsse nur wenn du die Person bereits persönlich kennst
Kind regards bei Bewerbungen auf Englisch
Mit freundlichen Grüssen, Hochachtungsvoll, MfG nicht verwenden

Englisch ist in der Schweiz übrigens keine Seltenheit: 23% der Erwerbstätigen nutzen es bei der Arbeit (BFS via SRF, 2023). Ist die Ausschreibung auf Englisch, schreibst du das ganze Schreiben auf Englisch, inklusive Grussformel. Der Vermerk «Beilagen» unter dem Namen ist optional und bei digitalen Bewerbungen meist überflüssig.

Wie klingt ein guter Schluss im Vergleich?

Am deutlichsten wird der Unterschied im direkten Vergleich. Das Beispiel stammt aus einer Bewerbung als Projektleiterin bei einer Holzbaufirma, Person und Firma sind erfunden.

❌ Schwacher Schluss:

Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner langjährigen Erfahrung, meiner Teamfähigkeit und meiner hohen Motivation die ideale Kandidatin für diese spannende Herausforderung bin. Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen. Für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre positive Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüssen

[Unterschrift]
Nina Kälin
✅ Starker Schluss:

Gerne zeige ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch, wie ich Ihre Projekte im Mehrfamilienhausbau termingerecht steuere. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ich bin ab 01.05.2026 verfügbar.

Freundliche Grüsse

Nina Kälin
Was sich verändert hat Warum
Selbstlob gestrichen «Ideale Kandidatin» wirkt überheblich, die Belege stehen im Hauptteil
Konjunktiv ersetzt «würde mich freuen» wird zu «Gerne zeige ich Ihnen»
Bezug zur Stelle Der Gesprächswunsch nennt die Aufgabe
Verfügbarkeit ergänzt Die Ausschreibung fragte nach dem Eintritt
Floskeln gestrichen «Für Fragen stehe ich zur Verfügung» und «positive Rückmeldung» sagen nichts
Grussformel und Unterschrift «Freundliche Grüsse», keine Unterschrift bei digitaler Bewerbung

Wie schliesst du in besonderen Situationen ab?

Bei einer Initiativbewerbung, nach einem persönlichen Kontakt oder bei einer internen Bewerbung passt du den Schluss an den Anlass an. Der Aufbau bleibt gleich: Gesprächswunsch, bei Bedarf Verfügbarkeit, Grussformel. Die Firmen in den Beispielen sind erfunden.

✅ Beispiele nach Situation:

Bank: «Gerne erläutere ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch, wie ich die Betreuung Ihrer Kundschaft im Raum Zug ausbauen möchte. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate.»

Tech-Start-up: «Ich freue mich auf ein Gespräch, gerne auch per Video. Mein Portfolio mit den erwähnten Projekten findest du unter dem Link im Lebenslauf.» (Nur bei Unternehmen, die in der Ausschreibung duzen.)

Initiativbewerbung: «Auch wenn Sie aktuell keine passende Stelle ausgeschrieben haben, zeige ich Ihnen gerne in einem Gespräch, wie ich Ihr Team beim Ausbau in der Romandie unterstützen kann.»

Nach persönlichem Kontakt: «Wie an der Fachmesse besprochen, sende ich Ihnen meine Unterlagen. Gerne setze ich unser Gespräch über die Digitalisierung Ihrer Disposition fort.»

Interne Bewerbung: «Gerne bespreche ich mit Ihnen, wie ich den Wechsel ins neue Team gestalte und mein laufendes Projekt sauber übergebe.»

Fällt dir auf, dass keines der Beispiele um die Einladung bittet? Jedes bietet etwas an: ein Gespräch über eine konkrete Aufgabe. Das wirkt selbstbewusster als jede Bitte. Mehr zur Bewerbung ohne Ausschreibung steht im Guide zur Initiativbewerbung.

Was passiert nach dem Versand?

Nach dem Versand wartest du zunächst die Frist ab, die in der Ausschreibung oder in der Eingangsbestätigung steht. Ist keine genannt, ist nach etwa zwei Wochen eine kurze, freundliche Nachfrage angemessen. Mehrfaches Nachhaken innert weniger Wochen wirkt dagegen aufdringlich.

📋 Das notierst du dir nach dem Versand:

Datum: wann du die Bewerbung verschickt hast
Version: welches Motivationsschreiben du verwendet hast
Ansprechperson: Name und Kontaktweg
Nächster Schritt: Datum für eine allfällige Nachfrage

Wie du dabei vorgehst und was du schreibst, zeigt der Beitrag Status der Bewerbung nachfragen. Kommt die Einladung, geht es weiter mit dem Guide Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Checkliste: Schluss im Motivationsschreiben

Lies den Schluss zum Abschluss einmal laut. Klingt er so, als könnte er unter jeder Bewerbung stehen? Dann fehlt der Bezug zur Stelle.

Inhalt:

Gesprächswunsch mit Bezug zur Stelle
Verfügbarkeit, falls gefragt oder relevant
Keine neuen Argumente, keine Wiederholung des Hauptteils
Keine Lohnvorstellung, wenn sie nicht verlangt ist

Form und Ton:

Zwei bis drei Sätze
Kein Konjunktiv, kein Betteln, keine Forderung
Daten im Format TT.MM.JJJJ
«Freundliche Grüsse» und dein Name

Häufige Fragen zum Schluss im Motivationsschreiben

Wie schliesse ich ein Motivationsschreiben ab?

Mit einem Gesprächswunsch ohne Konjunktiv, etwa «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation», bei Bedarf gefolgt von deiner Verfügbarkeit. Danach schreibst du «Freundliche Grüsse» und deinen Vor- und Nachnamen. Insgesamt reichen zwei bis drei Sätze.

Ist «Ich würde mich über eine Einladung freuen» falsch?

Falsch nicht, aber schwach. Der Konjunktiv wirkt unsicher und steht in sehr vielen Bewerbungen. Stärker ist «Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch» oder «Gerne zeige ich Ihnen in einem Gespräch, wie…». So klingt der Schluss selbstbewusst, ohne fordernd zu sein.

Muss ich meine Kündigungsfrist im Schluss nennen?

Nur wenn die Ausschreibung nach dem Eintrittstermin fragt, wenn du sofort verfügbar bist oder wenn deine Frist ungewöhnlich lang ist. Dann reicht ein Satz wie «Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ich bin ab 01.05.2026 verfügbar.» Sonst klärst du das im Vorstellungsgespräch.

Welche Grussformel ist in der Schweiz richtig?

«Freundliche Grüsse» ist der Standard und passt überall. «Mit freundlichen Grüssen» gilt in der Schweiz als veraltet. In lockeren Branchen geht auch «Beste Grüsse», bei englischen Bewerbungen «Kind regards». «Hochachtungsvoll» und Abkürzungen wie «MfG» verwendest du nicht.

Muss ich das Motivationsschreiben unterschreiben?

Bei einer digitalen Bewerbung nicht. Unter der Grussformel steht nach einer Leerzeile einfach dein Vor- und Nachname. Eine eingescannte Unterschrift kannst du dir sparen. Wichtiger ist, dass das Schreiben als PDF im gleichen Design wie der Lebenslauf verschickt wird.

Weiterführende Ressourcen

Fazit: Kurz, konkret, ohne Konjunktiv

Ein guter Schluss braucht wenig: einen Gesprächswunsch mit Bezug zur Stelle, bei Bedarf die Verfügbarkeit und «Freundliche Grüsse» mit deinem Namen. Alles andere, vom Selbstlob bis zur «positiven Rückmeldung», kannst du streichen.

Das Vorher-nachher-Beispiel zeigt, wie viel kürzer und stärker der Schluss dadurch wird. Aus vier Floskelsätzen werden zwei klare Aussagen. Genau so endet ein Schreiben, das im Kopf bleibt.

Dein Motivationsschreiben mit Truast erstellen

Entwurf aus Lebenslauf und Ausschreibung, mit Schluss nach Schweizer Standard. Verfügbarkeit und Bezug zur Stelle passt du selbst an.

Verwandte Artikel