Schlusssatz beim Schweizer Bewerbungsschreiben: Der perfekte Abschluss für Ihre Bewerbung 2026
Der perfekte Schlusssatz für Ihr Schweizer Bewerbungsschreiben: Call-to-Action formulieren, Grussformeln wählen. Mit konkreten Beispielen und...
Schluss im Motivationsschreiben: 2-3 Sätze, Gesprächswunsch ohne Konjunktiv, Verfügbarkeit, Grussformel. Mit Beispielen und Vorher-nachher-Vergleich.
Zwei bis drei Sätze, eine Grussformel, dein Name: Der Schluss ist der kürzeste Teil des Motivationsschreibens. Trotzdem passieren hier viele Fehler, vom Konjunktiv bis zur falschen Grussformel. Dieser Beitrag zeigt dir, was in den Schluss gehört, wie du um ein Gespräch bittest, ohne zu fordern oder zu betteln, wie du deine Verfügbarkeit nennst und wie der Schluss in verschiedenen Situationen klingt.
Ist der Schluss nicht einfach Formsache? Nicht ganz. Ein zugeschnittenes Motivationsschreiben bringt laut einem Experiment mit 7'287 Bewerbungen 53% mehr Rückmeldungen als keines (ResumeGo, 2020). Ein Standardsatz am Ende verschenkt einen Teil dieses Vorteils.
Gleichzeitig ist der Schluss die Stelle, an der viele Schreiben gleich klingen. «Über eine Einladung würde ich mich sehr freuen» steht in unzähligen Bewerbungen. Und 55% der Unternehmen trauen sich zu, KI-Texte zu erkennen (AMOSA, 2026). Ein kurzer, konkreter Schluss fällt deshalb positiv auf.
In den Schluss gehören zwei Dinge: der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch und, wenn relevant, deine Verfügbarkeit. Optional fasst ein Satz deine wichtigste Stärke zusammen. Danach folgen «Freundliche Grüsse» und dein Name. Neue Argumente oder eine nicht verlangte Lohnvorstellung haben im Schluss nichts zu suchen.
Was im Schluss ausserdem stehen kann, etwa die Lohnvorstellung, wenn sie verlangt ist, erklärt der Beitrag Was gehört in ein Schweizer Motivationsschreiben?
Zwei bis drei Sätze, rund 30 bis 50 Wörter. Der Schluss sollte nie länger sein als die Einleitung. Bei einem Motivationsschreiben mit 250 bis 400 Wörtern macht er etwa ein Zehntel aus. Alles, was du hier zusätzlich schreibst, schwächt den Gesprächswunsch, statt ihn zu stärken.
Woran erkennst du, dass dein Schluss zu lang ist? Wenn er einen neuen Beleg enthält, gehört dieser in den Hauptteil. Wenn er den Hauptteil zusammenfasst, streich die Zusammenfassung. Die Proportionen aller Teile zeigt der Beitrag Motivationsschreiben Aufbau.
Der Gesprächswunsch ist selbstbewusst, aber nicht fordernd, und kommt ohne Konjunktiv aus. Formulierungen wie «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch» oder «Ich freue mich auf ein Gespräch» sind in der Schweiz Standard. Je nach Branche darfst du direkter oder etwas persönlicher werden.
| Variante | Formulierung | Passt für |
|---|---|---|
| Klassisch | «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation.» | Bank, Versicherung, Verwaltung |
| Mit Bezug zur Stelle | «Gerne zeige ich Ihnen in einem Gespräch, wie ich Ihr Team beim Ausbau des Standorts unterstütze.» | alle Branchen |
| Mit Ideen | «Erste Ideen für Ihre Kampagnen bespreche ich gerne mit Ihnen persönlich.» | Marketing, Kreativ, Beratung |
| Direkt | «Ich freue mich auf ein Gespräch, gerne auch per Video.» | Tech, Start-ups |
Die Verfügbarkeit nennst du, wenn die Ausschreibung nach dem Eintrittstermin fragt, wenn du sofort starten kannst oder wenn deine Kündigungsfrist ungewöhnlich lang ist. Ein Satz genügt. Das Datum schreibst du im Format TT.MM.JJJJ, Helvetismen wie «per» und «ab» sind in Schweizer Bewerbungen üblich.
Wann lässt du die Verfügbarkeit weg? Wenn die Ausschreibung nicht danach fragt und deine Frist der üblichen von ein bis drei Monaten entspricht. Bei Initiativbewerbungen ist sie meist noch kein Thema.
In der Schweiz schreibst du «Freundliche Grüsse». «Mit freundlichen Grüssen» gilt als veraltet (Südostschweiz). Darunter folgt nach einer Leerzeile dein Vor- und Nachname. Eine Unterschrift brauchst du bei der digitalen Bewerbung nicht, auch keine eingescannte.
| Grussformel | Einsatz |
|---|---|
| Freundliche Grüsse | Standard, passt überall |
| Beste Grüsse | Start-ups und Agenturen mit lockerem Ton |
| Herzliche Grüsse | nur wenn du die Person bereits persönlich kennst |
| Kind regards | bei Bewerbungen auf Englisch |
| Mit freundlichen Grüssen, Hochachtungsvoll, MfG | nicht verwenden |
Englisch ist in der Schweiz übrigens keine Seltenheit: 23% der Erwerbstätigen nutzen es bei der Arbeit (BFS via SRF, 2023). Ist die Ausschreibung auf Englisch, schreibst du das ganze Schreiben auf Englisch, inklusive Grussformel. Der Vermerk «Beilagen» unter dem Namen ist optional und bei digitalen Bewerbungen meist überflüssig.
Am deutlichsten wird der Unterschied im direkten Vergleich. Das Beispiel stammt aus einer Bewerbung als Projektleiterin bei einer Holzbaufirma, Person und Firma sind erfunden.
| Was sich verändert hat | Warum |
|---|---|
| Selbstlob gestrichen | «Ideale Kandidatin» wirkt überheblich, die Belege stehen im Hauptteil |
| Konjunktiv ersetzt | «würde mich freuen» wird zu «Gerne zeige ich Ihnen» |
| Bezug zur Stelle | Der Gesprächswunsch nennt die Aufgabe |
| Verfügbarkeit ergänzt | Die Ausschreibung fragte nach dem Eintritt |
| Floskeln gestrichen | «Für Fragen stehe ich zur Verfügung» und «positive Rückmeldung» sagen nichts |
| Grussformel und Unterschrift | «Freundliche Grüsse», keine Unterschrift bei digitaler Bewerbung |
Bei einer Initiativbewerbung, nach einem persönlichen Kontakt oder bei einer internen Bewerbung passt du den Schluss an den Anlass an. Der Aufbau bleibt gleich: Gesprächswunsch, bei Bedarf Verfügbarkeit, Grussformel. Die Firmen in den Beispielen sind erfunden.
Fällt dir auf, dass keines der Beispiele um die Einladung bittet? Jedes bietet etwas an: ein Gespräch über eine konkrete Aufgabe. Das wirkt selbstbewusster als jede Bitte. Mehr zur Bewerbung ohne Ausschreibung steht im Guide zur Initiativbewerbung.
Nach dem Versand wartest du zunächst die Frist ab, die in der Ausschreibung oder in der Eingangsbestätigung steht. Ist keine genannt, ist nach etwa zwei Wochen eine kurze, freundliche Nachfrage angemessen. Mehrfaches Nachhaken innert weniger Wochen wirkt dagegen aufdringlich.
Wie du dabei vorgehst und was du schreibst, zeigt der Beitrag Status der Bewerbung nachfragen. Kommt die Einladung, geht es weiter mit dem Guide Vorstellungsgespräch vorbereiten.
Lies den Schluss zum Abschluss einmal laut. Klingt er so, als könnte er unter jeder Bewerbung stehen? Dann fehlt der Bezug zur Stelle.
Inhalt:
Gesprächswunsch mit Bezug zur Stelle
Verfügbarkeit, falls gefragt oder relevant
Keine neuen Argumente, keine Wiederholung des Hauptteils
Keine Lohnvorstellung, wenn sie nicht verlangt ist
Form und Ton:
Zwei bis drei Sätze
Kein Konjunktiv, kein Betteln, keine Forderung
Daten im Format TT.MM.JJJJ
«Freundliche Grüsse» und dein Name
Mit einem Gesprächswunsch ohne Konjunktiv, etwa «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation», bei Bedarf gefolgt von deiner Verfügbarkeit. Danach schreibst du «Freundliche Grüsse» und deinen Vor- und Nachnamen. Insgesamt reichen zwei bis drei Sätze.
Falsch nicht, aber schwach. Der Konjunktiv wirkt unsicher und steht in sehr vielen Bewerbungen. Stärker ist «Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch» oder «Gerne zeige ich Ihnen in einem Gespräch, wie…». So klingt der Schluss selbstbewusst, ohne fordernd zu sein.
Nur wenn die Ausschreibung nach dem Eintrittstermin fragt, wenn du sofort verfügbar bist oder wenn deine Frist ungewöhnlich lang ist. Dann reicht ein Satz wie «Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ich bin ab 01.05.2026 verfügbar.» Sonst klärst du das im Vorstellungsgespräch.
«Freundliche Grüsse» ist der Standard und passt überall. «Mit freundlichen Grüssen» gilt in der Schweiz als veraltet. In lockeren Branchen geht auch «Beste Grüsse», bei englischen Bewerbungen «Kind regards». «Hochachtungsvoll» und Abkürzungen wie «MfG» verwendest du nicht.
Bei einer digitalen Bewerbung nicht. Unter der Grussformel steht nach einer Leerzeile einfach dein Vor- und Nachname. Eine eingescannte Unterschrift kannst du dir sparen. Wichtiger ist, dass das Schreiben als PDF im gleichen Design wie der Lebenslauf verschickt wird.
Ein guter Schluss braucht wenig: einen Gesprächswunsch mit Bezug zur Stelle, bei Bedarf die Verfügbarkeit und «Freundliche Grüsse» mit deinem Namen. Alles andere, vom Selbstlob bis zur «positiven Rückmeldung», kannst du streichen.
Das Vorher-nachher-Beispiel zeigt, wie viel kürzer und stärker der Schluss dadurch wird. Aus vier Floskelsätzen werden zwei klare Aussagen. Genau so endet ein Schreiben, das im Kopf bleibt.
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