Motivationsschreiben

Motivationsschreiben Schweiz: Aufbau, Tipps und Vorlagen

74% der Schweizer Arbeitgeber finden das Motivationsschreiben wichtig. So baust du es auf: Einleitung, Hauptteil, Schluss, Vorlagen und Checkliste.

 

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Eine A4-Seite, drei Teile, ein Ziel: das Vorstellungsgespräch. Beim Motivationsschreiben für die Schweiz entscheiden Aufbau, Ton und konkrete Beispiele darüber, ob jemand weiterliest. Dieser Guide zeigt dir den Aufbau nach Schweizer Standard, Formulierungen für Einleitung, Hauptteil und Schluss, regionale Unterschiede und den sinnvollen Einsatz von KI. Mit aktuellen Zahlen aus Schweizer Studien, drei Vorlagen und einer Checkliste für den Versand.

Ist das Motivationsschreiben nicht längst überholt? Schweizer Arbeitgeber sehen das anders: 74% stufen es als wichtig oder sehr wichtig ein (JobCloud/LINK, 2022). Wer es lieblos zusammenstellt, verschenkt also eine Chance.

Gleichzeitig ist es schwieriger geworden, aufzufallen. 86% der Schweizer Stellensuchenden nutzen inzwischen KI bei der Jobsuche (Michael Page, 2026). Viele Schreiben klingen deshalb sauber, aber austauschbar. Was dich unterscheidet, sind Details, die nur du liefern kannst.

Das Wichtigste in Kürze
  • 74% der Schweizer Arbeitgeber finden das Motivationsschreiben wichtig, bei handwerklichen Berufen 81%.
  • Maximal eine A4-Seite (250-400 Wörter) mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Persönliche Anrede mit Namen, «ss» statt «ß», «Freundliche Grüsse» als Grussformel.
  • KI hilft beim Entwurf. Konkrete Zahlen und Beispiele aus deinem Berufsalltag musst du selbst ergänzen.

Braucht es in der Schweiz noch ein Motivationsschreiben?

Ja. In einer Befragung von 700 Recruiting-Verantwortlichen bezeichneten 74% das Motivationsschreiben als wichtig oder sehr wichtig, bei handwerklichen Berufen sogar 81% (JobCloud/LINK, 2022). Ein Motivationsschreiben ist also kein Relikt, sondern bei den meisten Schweizer Arbeitgebern fester Bestandteil der Bewerbung.

Ein Motivationsschreiben ist ein einseitiger Brief, der deinen Lebenslauf ergänzt. Der Lebenslauf zeigt, was du gemacht hast. Das Motivationsschreiben erklärt, warum du dich für genau diese Stelle bewirbst und was das Unternehmen davon hat.

Lohnt sich der Aufwand messbar? Ein Feldexperiment mit 7'287 Bewerbungen fand bei individuell zugeschnittenen Schreiben eine um 53% höhere Rückrufquote als bei Bewerbungen ganz ohne Schreiben (ResumeGo, 2020). Die Studie stammt aus den USA, die Richtung ist aber eindeutig: Ein generischer Standardbrief bringt wenig, ein gezielter Brief bringt viel.

Motivationsschreiben, Bewerbungsschreiben, Anschreiben: Gibt es einen Unterschied?

In der Schweiz meinen alle drei Begriffe praktisch dasselbe Dokument. «Bewerbungsschreiben» und Anschreiben hört man eher in Deutschland, «Motivationsschreiben» ist hierzulande der geläufigste Begriff. Bei Studienplätzen oder Stipendien kann ein Motivationsschreiben länger und persönlicher sein. Für Stellenbewerbungen gelten die Regeln in diesem Guide.

Wann wird ein Motivationsschreiben verlangt?

  • Stellenbewerbungen: Fast immer, auch wenn es in der Ausschreibung nicht ausdrücklich steht.
  • Initiativbewerbungen: Hier ist es das wichtigste Dokument, weil es keine Ausschreibung gibt, auf die du dich beziehen kannst. Mehr dazu im Guide zur Initiativbewerbung.
  • Lehrstellen und Praktika: Gerade ohne Berufserfahrung zeigt das Schreiben, dass du dich mit dem Beruf auseinandergesetzt hast. Tipps findest du im Artikel zum Lebenslauf für Berufseinsteiger.
  • Interne Bewerbungen: Kürzer, aber trotzdem schriftlich. Es dokumentiert deinen Wunsch und deine Argumente.

Wie ist ein Motivationsschreiben in der Schweiz aufgebaut?

Ein Schweizer Motivationsschreiben passt auf eine A4-Seite und umfasst rund 250 bis 400 Wörter, verteilt auf neun feste Elemente vom Briefkopf bis zur Grussformel. Die Reihenfolge ist Standard. Wer davon abweicht, fällt eher negativ auf als positiv. Den detaillierten Aufbau mit allen Varianten findest du im Guide zum Motivationsschreiben-Aufbau.

  1. Absender (deine Kontaktdaten)
  2. Empfänger (Unternehmen und Ansprechperson)
  3. Ort und Datum
  4. Betreffzeile
  5. Anrede
  6. Einleitung
  7. Hauptteil
  8. Schluss
  9. Grussformel und Name

Formale Anforderungen

📐 Die formalen Vorgaben:

Länge: maximal eine A4-Seite (ca. 250-400 Wörter)
Schrift: Arial, Calibri, Helvetica oder eine ähnlich gut lesbare Schrift
Schriftgrösse: 11-12 Punkt
Zeilenabstand: 1,0 bis 1,15
Seitenränder: 2-2,5 cm
Rechtschreibung: Schweizer Schreibweise, also «ss» statt «ß»
Format: PDF, im gleichen Design wie der Lebenslauf

Briefkopf, Datum und Betreff

Deine Kontaktdaten stehen oben, darunter die Empfängeradresse. Recherchiere die zuständige Person, damit du sie direkt ansprechen kannst.

✅ So sieht der Briefkopf aus:

Max Muster
Musterstrasse 12
8000 Zürich
079 123 45 67
max.muster@email.ch

Muster AG
Frau Sarah Meier
Personalabteilung
Hauptstrasse 45
8001 Zürich

Zürich, 09.01.2026

Die Betreffzeile nennt die Stelle so, wie sie ausgeschrieben ist, und falls vorhanden die Referenznummer: Bewerbung als Marketing Manager (Ref.-Nr. 12345). Bei einer Initiativbewerbung schreibst du: Initiativbewerbung als Projektleiterin.

Die richtige Anrede

Die persönliche Anrede ist in der Schweiz Standard: «Sehr geehrte Frau Meier» oder «Sehr geehrter Herr Müller». Den Namen findest du meist in der Ausschreibung, auf LinkedIn oder auf der Teamseite des Unternehmens. «Sehr geehrte Damen und Herren» nimmst du nur, wenn du wirklich keinen Namen herausfinden kannst. Was sonst noch alles auf die Seite gehört, steht im Artikel Was gehört in ein Schweizer Motivationsschreiben?

Wie schreibst du eine starke Einleitung?

Die Einleitung besteht aus zwei bis drei Sätzen und beantwortet eine Frage: Warum bewirbst du dich genau hier? Die ResumeGo-Daten zeigen, dass generische Schreiben kaum mehr bringen als gar keine (ResumeGo, 2020). Der erste Satz muss deshalb sofort zeigen, dass du diese Stelle und dieses Unternehmen meinst.

Streich «Hiermit bewerbe ich mich…». Das weiss die Leserin schon aus dem Betreff. Steig stattdessen mit dem ein, was dich mit der Stelle verbindet.

❌ Schwach:
«Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Marketing Manager. Ich bin der Meinung, dass ich gut zu Ihrem Unternehmen passen würde, da ich sehr motiviert bin.»

✅ Stark:
«Seit fünf Jahren baue ich Online-Shops für Schweizer Konsumgütermarken auf, zuletzt mit einem Umsatzplus von 18% im ersten Jahr. Ihre Pläne, den Onlinehandel in der Romandie auszubauen, möchte ich als Marketing Manager mitgestalten.»

Der Unterschied? Das zweite Beispiel enthält eine Zahl, einen Bezug zum Unternehmen und keinen einzigen Konjunktiv. Weitere Einstiege für verschiedene Situationen findest du im Guide zur Einleitung des Motivationsschreibens.

Was gehört in den Hauptteil?

Im Hauptteil belegst du mit zwei bis drei kurzen Absätzen, dass du die wichtigsten Anforderungen der Stelle erfüllst. Konkrete Belege werden wichtiger: Laut einer AMOSA-Befragung von rund 700 Unternehmen schätzen Arbeitgeber, dass etwa 39% der Bewerbungen zumindest teilweise mit KI geschrieben sind, und 55% trauen sich zu, solche Texte zu erkennen (AMOSA, 2026).

Was folgt daraus? Schön formulierte, allgemeine Sätze unterscheiden dich kaum noch von anderen. Überzeugend sind Details, die nur du liefern kannst: ein Projekt, eine Zahl, ein Bezug zum Unternehmen.

So gehst du vor:

  1. Anforderungen markieren: Streich in der Ausschreibung die drei bis vier wichtigsten Punkte an.
  2. Belege zuordnen: Such dir zu jedem Punkt ein konkretes Beispiel aus deiner Erfahrung.
  3. Nutzen zeigen: Erklär, was das Unternehmen davon hat.

Beispiel: «Sie suchen jemanden, der Social-Media-Kampagnen eigenständig plant. Bei der Muster GmbH habe ich in den letzten drei Jahren 14 Kampagnen für KMU umgesetzt und dabei das Budget von CHF 80'000 pro Jahr selbst verwaltet. Gemeinsam mit dem Verkaufsteam haben wir die Online-Anfragen in zwölf Monaten verdoppelt.»

Achte dabei auf die Schweizer Balance: selbstbewusst, aber nicht überheblich. «Gemeinsam mit dem Team haben wir…» kommt besser an als «Ich alleine habe…». Und der Hauptteil ist keine Nacherzählung deines Lebenslaufs. Wähl nur aus, was für diese Stelle zählt. Mehr Formulierungen und eine Absatz-für-Absatz-Struktur findest du im Guide zum Hauptteil des Motivationsschreibens.

Wie formulierst du den Schluss?

Der Schluss umfasst zwei bis drei Sätze: Gesprächswunsch, Verfügbarkeit, Grussformel. Konjunktive wie «Ich würde mich freuen, wenn…» wirken zögerlich. Formulier lieber eine klare, freundliche Erwartung.

❌ Schwach: «Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich zu einem Gespräch einladen würden.»
✅ Stark: «Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation. Ich bin ab 01.03.2026 verfügbar.»

Als Grussformel schreibst du in der Schweiz «Freundliche Grüsse». «Mit freundlichen Grüssen» gilt hierzulande als veraltet (Südostschweiz). Darunter steht dein Vor- und Nachname. Eine Unterschrift brauchst du bei der digitalen Bewerbung nicht, das Einscannen kannst du dir sparen. Wird eine Lohnvorstellung verlangt, gehört sie ebenfalls in den Schluss. Wie du sie formulierst, erklärt der Artikel zur Gehaltsvorstellung in der Bewerbung. Weitere Schlusssätze findest du im Guide zum Schluss des Motivationsschreibens.

Worauf achten Schweizer Arbeitgeber besonders?

Die Schweiz hat vier Landessprachen und regional unterschiedliche Erwartungen. Deutsch ist für 61% der Bevölkerung Hauptsprache, Französisch für 23% und Italienisch für 8% (BFS via SRF, 2023). In der Romandie nennen 43% der Arbeitgeber das Motivationsschreiben «sehr wichtig», in der Deutschschweiz 36% (JobCloud/LINK, 2022).

Deutschschweiz und Romandie im Vergleich Motivationsschreiben «sehr wichtig» (Arbeitgeber, 2022) Deutschschweiz 36% Romandie 43% KI für die eigene Bewerbung genutzt (Berufstätige, 2023) Deutschschweiz 29% Romandie 40% Quellen: JobCloud/LINK (2022, n=700 Arbeitgeber), Xing (2023, n=1000 Berufstätige)
In der Romandie zählt das Motivationsschreiben mehr, und dort wird auch häufiger KI eingesetzt.

Interessant ist die Kombination: In der Romandie zählt das Motivationsschreiben mehr, und laut Xing setzen dort auch mehr Berufstätige KI für ihre Bewerbung ein, nämlich 40% gegenüber 29% in der Deutschschweiz (Xing via Netzwoche, 2023). Wer sich in Genf oder Lausanne bewirbt, sollte also besonders darauf achten, nicht wie ein Standardtext zu klingen.

Ton und Sprache je nach Region

  • Deutschschweiz: sachlich, strukturiert, eher zurückhaltend. «Sehr geehrte Frau…» als Anrede.
  • Romandie: etwas eleganter im Ausdruck, «Madame, Monsieur» oder «Madame Dupont» als Anrede. Das Schreiben verfasst du auf Französisch, ausser die Ausschreibung ist auf Deutsch oder Englisch.
  • Tessin: herzlich, aber formell. «Gentile Signora…» oder «Egregio Signor…».

Englisch gewinnt übrigens an Gewicht: 23% der Erwerbstätigen nutzen es bei der Arbeit, fast so viele wie Französisch mit 28% (BFS via SRF, 2023). Ist eine Ausschreibung auf Englisch, schreibst du auch das Motivationsschreiben auf Englisch. Wie du deine Sprachkenntnisse richtig angibst, liest du im verlinkten Artikel.

Branchen: Wie formell muss es sein?

Branche Ton Worauf es ankommt
Banken, Versicherungen, Verwaltung klassisch, formell Fehlerfreiheit, Fachbegriffe, Diskretion
IT und Tech sachlich, etwas lockerer konkrete Projekte, Tools, Link zu GitHub oder Portfolio
Gesundheit und Pharma präzise und empathisch Fachkompetenz, Teamarbeit, Regulatorik (z. B. GMP)
Handwerk direkt und bodenständig praktische Erfahrung, Zuverlässigkeit, Ausbildung
Start-ups, Marketing, Medien persönlich, kreativ eigene Ideen, Bezug zu Produkt oder Mission

Welche Tipps gelten für deine Situation?

Nicht jede Bewerbung startet am selben Punkt. Wer frisch aus der Ausbildung kommt, argumentiert anders als jemand mit zehn Jahren Erfahrung oder jemand, der aus dem Ausland in die Schweiz wechseln will.

Berufseinsteigerinnen und Absolventen

Ohne viel Berufserfahrung zählen Ausbildung, Praktika, Projektarbeiten und Engagement neben dem Studium. Ein Beispiel: «Während meines Praktikums bei der UBS habe ich die monatlichen Reportings für drei Teams übernommen und dabei gelernt, wie viel Präzision im Bankwesen gefragt ist.» Vereinsarbeit oder ein Nebenjob zeigen Verantwortung. Nenn das Beispiel, nicht nur die Eigenschaft.

Berufserfahrene und Quereinsteiger

Mit Erfahrung kannst du Ergebnisse zeigen: «Als Projektleiterin habe ich mit meinem Team die Durchlaufzeit um 23% gesenkt und damit jährlich CHF 450'000 eingespart.» Beim Branchenwechsel erklärst du, welche Fähigkeiten du mitnimmst und warum der Wechsel zu deinem Weg passt. Gibt es Lücken im Lebenslauf, sprich sie kurz und offen an, statt sie zu verstecken.

Bewerbung aus dem Ausland

Zeig deinen Bezug zur Schweiz: frühere Aufenthalte, Kunden oder Sprachkenntnisse in der Landessprache der Region. Nenn deinen Aufenthaltsstatus, also ob du als EU/EFTA-Bürgerin arbeiten darfst oder eine Bewilligung brauchst. Und pass die Schreibweise an: Schweizer Rechtschreibung ohne «ß» fällt Personalverantwortlichen sofort positiv auf.

Darfst du dein Motivationsschreiben mit KI schreiben?

Ja, und die meisten tun es bereits. Rund zwei Drittel der Stellensuchenden haben KI schon im Bewerbungsprozess genutzt, 34% regelmässig. Wer KI regelmässig einsetzt, erhält laut der Studie rund 48% mehr Einladungen zu Vorstellungsgesprächen (AMOSA, 2026, Befragung von knapp 6'000 Stellensuchenden).

Wofür Stellensuchende KI nutzen Unterlagen erstellen/optimieren 61% Stellensuche 35% Vorstellungsgespräch vorbereiten 29% Quelle: AMOSA, KI in Jobsuche und Recruiting (2026), knapp 6'000 Stellensuchende
Am häufigsten setzen Stellensuchende KI für ihre Bewerbungsunterlagen ein.

Die Autorinnen und Autoren der Studie gehen allerdings davon aus, dass dieser Vorteil schrumpft, je mehr Leute KI nutzen. Laut Michael Page setzen bereits 86% der Schweizer Stellensuchenden KI bei der Jobsuche ein (Michael Page, Talent Trends 2026). Wenn alle die gleichen Werkzeuge haben, gewinnt wieder der Inhalt.

📋 So nutzt du KI sinnvoll:

Für Struktur und ersten Entwurf: Lass dir einen Rohtext auf Basis der Ausschreibung und deines Lebenslaufs erstellen.
Für Schweizer Standards: Prüf Anrede, «ss» statt «ß» und Grussformel. Allgemeine Tools wie ChatGPT schreiben oft deutsches oder amerikanisches Deutsch.
Nie ungeprüft versenden: Ergänz eigene Zahlen und Beispiele, und lies den Text laut. Klingt er nach dir?

Wie das konkret geht, zeigen die Artikel Motivationsschreiben mit ChatGPT schreiben und Motivationsschreiben mit KI erstellen. Achte auch darauf, dass Bewerbermanagement-Systeme deine Datei lesen können. Was dabei zählt, erklärt der Artikel Was ist ein ATS?

Welche Motivationsschreiben-Vorlage passt zu dir?

Die Vorlage hängt von Branche und Unternehmenskultur ab. Konservative Arbeitgeber wie Banken oder die Verwaltung erwarten ein klassisches Layout, Start-ups und Agenturen dürfen mehr Farbe sehen. Wichtig ist bei allen drei: gleiches Design wie dein Lebenslauf und ein Aufbau, den auch Bewerbermanagement-Systeme lesen können. Weitere Muster nach Branche findest du unter Motivationsschreiben Vorlagen Schweiz.

Vorlage 1: Klassisch

Klassische Vorlage für ein Motivationsschreiben in der Schweiz mit schlichtem Briefkopf in Schwarz-Weiss

Seriös und schlicht. Passt zu Banken, Versicherungen, öffentlicher Verwaltung, traditionellen KMU und Führungspositionen. Wenn du unsicher bist, ist das die sichere Wahl. → Zur klassischen Vorlage

Vorlage 2: Kreativ

Kreative Vorlage für ein Motivationsschreiben mit farbigen Akzenten für Marketing- und Designberufe

Mit Farbakzenten und mehr Persönlichkeit. Gut für Marketing, Design, Medien, Start-ups und digitale Berufe. → Zur kreativen Vorlage

Vorlage 3: Modern

Moderne Vorlage für ein Motivationsschreiben mit klarer Struktur für Tech- und Beratungsberufe

Klar strukturiert und zeitgemäss. Für IT, Beratung, Pharma, Projektleitung und wachsende Unternehmen. Die vielseitigste der drei. → Zur modernen Vorlage

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Drei Viertel der Schweizer Arbeitgeber finden das Motivationsschreiben wichtig (JobCloud/LINK, 2022). Wer es wichtig findet, liest es auch genau. Diese Fehler fallen dabei schnell auf, und alle lassen sich vermeiden:

❌ Das solltest du vermeiden:

- Standardtext ohne Bezug: Ein Schreiben, das auf jede Stelle passt, überzeugt bei keiner.
- Mehr als eine Seite: Kürzen zeigt, dass du Prioritäten setzen kannst.
- Lebenslauf nacherzählen: Das Schreiben ergänzt den CV, es wiederholt ihn nicht.
- Deutsche Schreibweise: Ein «ß» verrät sofort, dass der Text nicht für die Schweiz geschrieben wurde.
- Konjunktive: «würde», «könnte», «möchte versuchen» schwächen jede Aussage.
- Übertreibungen: «Ich bin der perfekte Kandidat» wirkt in der Schweiz anmassend.
- Negatives über frühere Arbeitgeber: Kündigungsgründe gehören nicht ins Schreiben.
- Falscher Name oder falsche Firma: Der Klassiker beim Kopieren. Lies vor dem Versand jeden Namen nach.

Checkliste: Motivationsschreiben vor dem Versand

Bevor du auf «Senden» klickst, geh diese Punkte einmal durch. Lass das Schreiben ausserdem eine Nacht liegen. Mit frischem Blick findest du fast immer noch etwas.

Form:

Maximal eine A4-Seite, Schrift 11-12 Punkt
Vollständige Kontaktdaten und korrekte Empfängeradresse
Ort und aktuelles Datum
Betreff mit Stellenbezeichnung und Referenznummer
Persönliche Anrede mit Namen

Inhalt:

Einleitung ohne «Hiermit bewerbe ich mich»
Drei bis vier Anforderungen mit konkreten Beispielen belegt
Bezug zum Unternehmen
Schluss mit Gesprächswunsch und Verfügbarkeit
«Freundliche Grüsse» und dein Name

Qualität und Versand:

Schweizer Rechtschreibung, keine Tippfehler
Von einer zweiten Person gegengelesen
Als PDF gespeichert, z. B. «Motivationsschreiben_Vorname_Nachname.pdf»
Gleiches Design wie der Lebenslauf

Verschickst du die Bewerbung per Mail, ist die E-Mail selbst nur ein kurzes Begleitschreiben. Wie du sie aufbaust, erklärt der Guide zur Bewerbung per E-Mail. Welche Dokumente sonst noch dazugehören, steht im Artikel zur Bewerbungsmappe. Und wenn die Einladung kommt: Hier geht es weiter mit dem Guide Vorstellungsgespräch vorbereiten.

Häufige Fragen zum Motivationsschreiben in der Schweiz

Wie lang sollte ein Motivationsschreiben in der Schweiz sein?

Maximal eine A4-Seite, also rund 250 bis 400 Wörter. Das reicht für eine Einleitung mit zwei bis drei Sätzen, zwei bis drei Absätze im Hauptteil und einen kurzen Schluss. Längere Schreiben werden selten vollständig gelesen. Kürzen zeigt ausserdem, dass du das Wichtigste erkennst.

Ist das Motivationsschreiben in der Schweiz noch wichtig?

Ja. 74% der Schweizer Arbeitgeber halten es für wichtig oder sehr wichtig, bei handwerklichen Berufen 81% (JobCloud/LINK, 2022, 700 befragte Recruiting-Verantwortliche). In der Romandie ist der Anteil, der es «sehr wichtig» findet, mit 43% höher als in der Deutschschweiz mit 36%.

Wen spreche ich an, wenn kein Name in der Ausschreibung steht?

Recherchiere zuerst: Die zuständige Person findest du oft auf LinkedIn, auf der Teamseite des Unternehmens oder mit einem kurzen Anruf beim Empfang. In der Schweiz ist die persönliche Anrede Standard, etwa «Sehr geehrte Frau Meier». «Sehr geehrte Damen und Herren» verwendest du nur, wenn sich wirklich kein Name finden lässt.

Darf ich mein Motivationsschreiben mit KI schreiben?

Ja. Rund zwei Drittel der Stellensuchenden haben KI bereits für ihre Bewerbung genutzt, und regelmässige Nutzer erhalten laut AMOSA (2026) rund 48% mehr Einladungen. Aber 55% der Unternehmen trauen sich zu, KI-Texte zu erkennen. Ergänze deshalb eigene Beispiele und prüfe Schweizer Schreibweise und Ton.

Was ist der Unterschied zwischen Motivationsschreiben und Bewerbungsschreiben?

In der Schweiz gibt es für Stellenbewerbungen praktisch keinen Unterschied. Beide Begriffe bezeichnen den einseitigen Brief, der den Lebenslauf ergänzt. «Motivationsschreiben» ist hierzulande gebräuchlicher, «Bewerbungsschreiben» und «Anschreiben» hört man eher in Deutschland. Nur bei Studienplätzen oder Stipendien darf es länger sein.

Weiterführende Ressourcen

Fazit: Eine Seite, die nur du schreiben kannst

Das Motivationsschreiben ist in der Schweiz kein Auslaufmodell: Drei Viertel der Arbeitgeber legen Wert darauf. Eine A4-Seite mit klarer Einleitung, belegtem Hauptteil und selbstbewusstem Schluss reicht. Achte auf Schweizer Schreibweise, eine persönliche Anrede und den richtigen Ton für Region und Branche.

KI kann dir den Entwurf abnehmen, und die meisten nutzen sie bereits. Gerade deshalb entscheidet am Ende, was nur von dir kommen kann: deine Zahlen, deine Projekte, dein Bezug zum Unternehmen. Und genau das liest ein Recruiter heraus.

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