Bewerbungsschreiben

Schlusssatz im Bewerbungsschreiben: Gesprächswunsch, Zusatzangaben und Grussformel

Schlusssatz im Bewerbungsschreiben: aus dem Hauptteil ableiten, Kündigungsfrist und Lohn richtig nennen, Grussformel in 4 Sprachen. 74% der Arbeitgeber lesen mit.

 

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Der Schlusssatz im Bewerbungsschreiben hat eine einfache Aufgabe: Er führt zum Gespräch. Dafür reichen zwei Sätze, wenn sie zum Rest deines Schreibens passen. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du den Schlusssatz aus deinem Hauptteil ableitest, wie du Kündigungsfrist, Lohnvorstellung oder Umzug sauber unterbringst, wie der Schluss in E-Mail und Bewerbungsportal aussieht und welche Grussformel in welcher Sprache passt.

Liest überhaupt jemand bis zum Schluss? In der Schweiz ja: 74% der Arbeitgeber halten das Bewerbungsschreiben für wichtig oder sehr wichtig (JobCloud/LINK, 2022). Und am Schluss stehen oft genau die Angaben, die für die Planung zählen: ab wann du verfügbar bist und mit welchem Pensum.

Auch die Grussformel hat sich verändert. «Mit freundlichen Grüssen» gilt in der Schweiz inzwischen als veraltet, «Freundliche Grüsse» ist der Standard (Südostschweiz). Eine Unterschrift brauchst du bei einer digitalen Bewerbung nicht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Gesprächswunsch nimmt deinen stärksten Beleg aus dem Hauptteil auf.
  • Eintritt, Pensum und Lohn nennst du nur, wenn sie relevant oder verlangt sind.
  • In der E-Mail und im Portal ist der Schluss kürzer als im PDF.
  • Grussformel in der Sprache des Inserats, auf Deutsch «Freundliche Grüsse».

Was muss der Schlusssatz im Bewerbungsschreiben leisten?

Der Schlusssatz äussert den Wunsch nach einem Gespräch und nennt, falls nötig, deine Verfügbarkeit. Er wiederholt keine Argumente und bringt keine neuen. Zwei Sätze reichen, danach folgen «Freundliche Grüsse» und dein Name. Wer liest, soll am Ende wissen, was als Nächstes passieren kann.

Wo der Schluss im Gesamtaufbau steht, zeigt der Beitrag zum Aufbau eines Bewerbungsschreibens. Formulierungen für Gesprächswunsch und Verfügbarkeit im Vergleich findest du im Beitrag zum Schluss im Motivationsschreiben.

Wie leitest du den Schlusssatz aus dem Hauptteil ab?

Ein guter Schlusssatz greift auf, womit dein Hauptteil endet. Statt «Gerne überzeuge ich Sie in einem Gespräch von meiner Eignung» bietest du an, genau das zu zeigen, was du vorher belegt hast. So wirkt der Schluss nicht wie ein angehängter Standardsatz, sondern wie der logische letzte Schritt.

Dein Hauptteil endet mit … Passender Schlusssatz
einem Projekt oder Ergebnis «Gerne erzähle ich Ihnen im Gespräch mehr darüber, wie wir die neue Prüfmethode eingeführt haben.»
einem Plan des Unternehmens «Wie ich Sie beim Ausbau des Labors unterstützen kann, bespreche ich gerne persönlich mit Ihnen.»
einer Weiterbildung «Gerne zeige ich Ihnen im Gespräch, wie ich das Gelernte bei Ihnen einsetzen möchte.»
einer offenen Lücke «Im Gespräch erkläre ich Ihnen gerne, wie ich mich in SAP einarbeite.»
einer praktischen Fähigkeit «Gerne zeige ich Ihnen bei einem Schnuppertag, wie ich arbeite.»

Warum nicht einfach «Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung»? Der Satz ist nicht falsch, aber er könnte unter jedem Schreiben stehen. Mit einem Bezug zum Inhalt zeigst du ein letztes Mal, dass du dieses Schreiben für diese Stelle verfasst hast. Die Beispiele in der Tabelle sind erfunden.

Welche Zusatzangaben gehören in den Schluss?

Manche Angaben passen nirgends sonst hin: Eintrittstermin, Pensum, Lohnvorstellung, Umzug, Reisebereitschaft oder Arbeitsbewilligung. Sie gehören in den Schlussabsatz, direkt vor oder nach dem Gesprächswunsch. Nenn nur, was das Inserat verlangt oder was für die Entscheidung wichtig ist. Jede Angabe bekommt einen kurzen Satz.

Angabe Wann nennen Beispiel
Eintritt Wenn das Inserat einen Termin nennt oder du nicht sofort beginnen kannst «Meine Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, ich bin ab dem 01.03.2027 verfügbar.»
Pensum Wenn du ein anderes Pensum als ausgeschrieben suchst «Ich suche ein Pensum von 80%, ideal mit einem freien Freitag.»
Lohnvorstellung Nur wenn ausdrücklich verlangt «Meine Lohnvorstellung liegt bei CHF 82'000 bis 86'000 brutto pro Jahr, inklusive 13. Monatslohn.»
Umzug Wenn du heute weit entfernt wohnst «Ab Januar wohne ich in Basel und bin für Gespräche vor Ort flexibel.»
Reisebereitschaft Wenn das Inserat Reisen erwähnt «Die Einsätze bei Kundinnen in der ganzen Schweiz passen gut zu mir.»
Arbeitsbewilligung Wenn du aus dem Ausland kommst «Als deutsche Staatsangehörige beantrage ich die Aufenthaltsbewilligung mit dem Arbeitsvertrag.»

Wie lang ist deine Kündigungsfrist? Wenn im Vertrag nichts anderes steht, gilt nach der Probezeit im ersten Dienstjahr ein Monat, im zweiten bis neunten Dienstjahr zwei Monate und danach drei Monate, jeweils auf Ende Monat. In der Probezeit sind es sieben Tage (SECO). Prüf aber zuerst deinen Arbeitsvertrag und einen allfälligen GAV, denn dort stehen oft längere Fristen.

📋 Lohnvorstellung im Schluss:

Jahreslohn brutto: In der Schweiz nennst du den Jahreslohn, nicht den Monatslohn
12 oder 13 Monatslöhne: Schreib dazu, ob der 13. Monatslohn eingerechnet ist
Bandbreite: Eine Spanne von wenigen Tausend Franken lässt Raum für das Gespräch
Keine Begründung: «Weil ich mehr verdienen möchte» oder «Mir ist der Lohn nicht so wichtig» lässt du weg

Bei Bewerbungen aus dem EU/EFTA-Raum brauchst du für eine Anstellung in der Schweiz eine Bewilligung, die du in der Regel mit dem Arbeitsvertrag beantragst (SEM). Ein kurzer Satz im Schluss beantwortet die Frage, bevor sie gestellt wird.

Wie sieht der Schluss in E-Mail, PDF und Bewerbungsportal aus?

Viele Bewerbungen bestehen heute aus zwei Texten: dem Bewerbungsschreiben als PDF und einer Begleit-E-Mail oder einem Textfeld im Bewerbungsportal. Der Schluss ist überall nötig, aber nicht überall gleich. Im PDF steht der ausführliche Schluss, in E-Mail und Portal reicht eine kurze Fassung, die auf die Unterlagen verweist.

✅ Drei Versandwege, drei Schlüsse:

Bewerbungsschreiben als PDF:
«Gerne erzähle ich Ihnen im Gespräch mehr über die Einführung der neuen Prüfmethode. Meine Kündigungsfrist beträgt zwei Monate.»
Freundliche Grüsse
Leonie Fässler

Begleit-E-Mail:
«Im Anhang finden Sie mein Bewerbungsschreiben, meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse. Für Fragen erreichen Sie mich unter 079 000 00 00.»
Freundliche Grüsse
Leonie Fässler

Textfeld im Bewerbungsportal:
«Meine ausführliche Motivation finden Sie im angehängten Bewerbungsschreiben. Ich bin ab dem 01.03.2027 verfügbar.»
Freundliche Grüsse
Leonie Fässler

Wiederhol in der E-Mail nicht das ganze Schreiben. Zwei bis drei Sätze mit Stelle, Anhängen und Erreichbarkeit genügen. Wie du die Unterlagen als Paket zusammenstellst, zeigt der Beitrag Bewerbungsschreiben für die Schweiz.

Welche Grussformel passt in welcher Sprache?

Die Grussformel richtet sich nach der Sprache des Inserats. Auf Deutsch ist «Freundliche Grüsse» in der Schweiz der Standard und passt in jeder Branche. Auf Französisch, Italienisch und Englisch gibt es eigene Formeln, die du mit der passenden Anrede kombinierst. In der Romandie nennen 43% der Arbeitgeber das Bewerbungsschreiben «sehr wichtig» (JobCloud/LINK, 2022).

Sprache Anrede Grussformel
Deutsch Sehr geehrte Frau Rohner (ohne Komma) Freundliche Grüsse
Französisch Madame Rohner, (mit Komma) Meilleures salutations, formeller: Je vous prie d'agréer, Madame, mes salutations distinguées.
Italienisch Gentile Signora Rohner, Cordiali saluti, formeller: Distinti saluti
Englisch Dear Ms Rohner Kind regards, formeller: Yours sincerely

«Beste Grüsse» oder «Herzliche Grüsse» sind auf Deutsch nicht falsch, wirken aber persönlicher. Sie passen eher nach einem Gespräch oder wenn das Inserat locker formuliert ist. Abkürzungen wie «MfG» und «Freundlichst» lässt du weg.

Was tust du, wenn das Inserat dich duzt?

Dann darfst du im Bewerbungsschreiben auch duzen. Manche Unternehmen, vor allem Start-ups und einige Detailhändler, schreiben ihre Inserate bewusst per Du. Übernimm die Anrede des Inserats, aber bleib im Ton sachlich. Locker heisst nicht salopp: Englische Floskeln wie «Let's talk» oder «Cheers» passen auch in einer Du-Bewerbung nicht.

✅ Schluss in einer Du-Bewerbung (Beispiel erfunden):

«Gerne zeige ich dir in einem Gespräch, wie ich bei uns im Laden die Social-Media-Posts aufgebaut habe. Ich bin ab Februar verfügbar.»

Liebe Grüsse
Noah Graf

Anrede dazu: «Hallo Lea» oder «Liebe Lea», wenn der Vorname im Inserat steht
Grussformel: «Liebe Grüsse», «Herzliche Grüsse» oder weiterhin «Freundliche Grüsse»

Bist du unsicher, ob das Du nur im Inserat gilt? Dann bleib beim Sie. Ein höfliches Sie ist nie ein Fehler, ein unpassendes Du schon eher.

Wie sieht ein Schlussabsatz vor und nach der Überarbeitung aus?

Leonie Fässler, Laborantin EFZ Fachrichtung Chemie, bewirbt sich bei der Beispiel Labor AG in Basel. Person und Firma sind erfunden. Das Inserat verlangt eine Lohnvorstellung, Leonie wohnt heute in Bern und hat eine Kündigungsfrist von zwei Monaten. Ihr Hauptteil endet mit der Einführung einer neuen Prüfmethode.

❌ Vorher:

«Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner Erfahrung einen wertvollen Beitrag zu Ihrem Team leisten würde. Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen. Für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mein Gehaltswunsch liegt bei ca. 7'000 Franken.»

Mit freundlichen Grüssen

- Wiederholung statt Bezug zum Hauptteil
- Zwei Konjunktive
- Lohn als Monatslohn, ohne Angabe zum 13. Monatslohn
- Kündigungsfrist und Umzug fehlen
- Veraltete Grussformel
✅ Nachher:

«Gerne erzähle ich Ihnen im Gespräch mehr darüber, wie wir die neue Prüfmethode eingeführt haben. Meine Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, ab Januar wohne ich in Basel. Meine Lohnvorstellung liegt bei CHF 82'000 bis 86'000 brutto pro Jahr, inklusive 13. Monatslohn.»

Freundliche Grüsse

Leonie Fässler

Der überarbeitete Schluss ist etwa gleich lang, enthält aber drei Informationen mehr. Jeder Satz hat eine Aufgabe: Gesprächswunsch mit Bezug, Verfügbarkeit mit Umzug, verlangte Lohnangabe. Wie Leonies Hauptteil aussehen könnte, zeigt der Beitrag zum Hauptteil des Bewerbungsschreibens.

Welche Fehler passieren im Schlusssatz am häufigsten?

Die meisten Fehler im Schlusssatz entstehen, weil er zuletzt und schnell geschrieben wird. Er wiederholt dann den Hauptteil, steckt voller Konjunktive oder vergisst eine Angabe, die das Inserat verlangt. Prüf deinen Schluss deshalb gegen das Inserat, nicht nur gegen dein Sprachgefühl.

❌ Diese Fehler vermeidest du:

- Zusammenfassung des Hauptteils statt Gesprächswunsch
- Neue Argumente im letzten Absatz
- Verlangte Lohnvorstellung vergessen
- Lohn als Monatslohn ohne Hinweis auf den 13. Monatslohn
- «Jederzeit verfügbar», obwohl du eine Kündigungsfrist hast
- «Mit freundlichen Grüssen», «MfG» oder «Freundlichst»
- Grussformel in einer anderen Sprache als das Schreiben

Ein letzter Test: Lies nur den Schlussabsatz und das Inserat. Beantwortet dein Schluss alle Fragen, die das Inserat zu Eintritt, Pensum und Lohn stellt? Dann ist er vollständig.

Checkliste: Schlusssatz im Bewerbungsschreiben

Geh diese Punkte durch, bevor du das Schreiben als PDF speicherst und die E-Mail verfasst. Ein vollständiger Schluss hat meist zwei bis vier Sätze.

Inhalt:

Gesprächswunsch mit Bezug zum Hauptteil
Eintritt oder Kündigungsfrist, falls relevant
Lohnvorstellung als Jahreslohn, falls verlangt
Umzug, Pensum oder Bewilligung, falls relevant

Form:

Grussformel in der Sprache des Inserats
Auf Deutsch «Freundliche Grüsse» und dein Name, ohne Unterschrift
Kurze Fassung für E-Mail oder Portal

Häufige Fragen zum Schlusssatz im Bewerbungsschreiben

Wo nenne ich die Lohnvorstellung im Bewerbungsschreiben?

Im Schlussabsatz, direkt nach dem Gesprächswunsch, und nur, wenn das Inserat ausdrücklich danach fragt. Nenn den Jahreslohn brutto als Bandbreite, zum Beispiel «CHF 82'000 bis 86'000», und schreib dazu, ob der 13. Monatslohn eingerechnet ist. Eine Begründung brauchst du nicht.

Welche Kündigungsfrist nenne ich, wenn ich noch in der Probezeit bin?

Die Frist aus deinem Vertrag. Steht dort nichts anderes, gilt in der Probezeit eine Kündigungsfrist von sieben Tagen. Nach der Probezeit sind es im ersten Dienstjahr ein Monat, ab dem zweiten zwei Monate. Schreib dann einfach: «Ich bin kurzfristig verfügbar» oder nenn das konkrete Datum.

Darf ich unter das Bewerbungsschreiben ein PS setzen?

Besser nicht. Ein PS wirkt im Bewerbungsschreiben wie ein vergessener Gedanke. Was wichtig ist, gehört in den Hauptteil oder in den Schlussabsatz. Einzige Ausnahme: ein kurzer Hinweis auf ein Arbeitsbeispiel oder Portfolio mit Link, wenn er im Text keinen Platz hat. Auch dann reicht meist ein Satz im Schluss.

Wie schliesse ich die E-Mail zur Bewerbung ab?

Mit zwei bis drei Sätzen: Stelle nennen, auf die Anhänge verweisen und deine Telefonnummer angeben. Danach folgen «Freundliche Grüsse» und dein Name. Den ausführlichen Gesprächswunsch und die Zusatzangaben lässt du im Bewerbungsschreiben, damit die E-Mail kurz bleibt. Ein Betreff wie «Bewerbung als Laborantin» hilft beim Zuordnen.

Darf ich im Bewerbungsschreiben duzen?

Ja, wenn das Inserat dich duzt. Übernimm dann die Anrede, zum Beispiel «Hallo Lea», und schliess mit «Liebe Grüsse», «Herzliche Grüsse» oder «Freundliche Grüsse». Bleib sachlich und verzichte auf englische Floskeln. Bist du unsicher, ob das Du gewünscht ist, bleib beim Sie.

Weiterführende Ressourcen

Fazit: Kurz, vollständig, passend zum Rest

Ein guter Schlusssatz im Bewerbungsschreiben ist kein Zufallstreffer. Er nimmt den stärksten Beleg aus dem Hauptteil auf, beantwortet die Fragen des Inserats zu Eintritt, Pensum und Lohn, und endet mit «Freundliche Grüsse» und deinem Namen.

Für E-Mail und Bewerbungsportal schreibst du eine kurze Fassung. Bei französischen, italienischen oder englischen Inseraten wechselst du auch Anrede und Grussformel. Und wenn das Inserat dich duzt, darfst du zurückduzen, aber nicht salopp werden.

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Aufbau, Briefkopf und Schweizer Schreibweise sind vorgegeben, du ergänzt deine Belege, den Gesprächswunsch und die Angaben zum Eintritt.

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