Gehaltsvorstellung in der Bewerbung: So nennst du in der Schweiz den richtigen Lohn
Gehaltsvorstellung in der Schweizer Bewerbung: Wann, wo, wie viel. Mit 4 Formulierungen und BFS-Löhnen nach Branche. Medianlohn 2024: CHF 7'024 pro...
Was muss ins Schweizer Motivationsschreiben? Alle Pflichtbestandteile, optionale Elemente und No-Gos. Mit Checkliste und Beispielen für perfekte Anschreiben.
Lohnvorstellung, Kündigungsfrist, Hobbys, Beilagen: Bei vielen Angaben ist unklar, ob sie ins Motivationsschreiben gehören. Dieser Beitrag sortiert alle Bestandteile in vier Gruppen: Pflicht, nur unter Bedingungen, optional und tabu. Mit einer Entscheidungstabelle für die häufigsten Zweifelsfälle und einem Beispielbrief, in dem jedes Element markiert ist.
Lohnt sich die Mühe mit den Details? Schweizer Arbeitgeber lesen genau hin: 74% stufen das Motivationsschreiben als wichtig oder sehr wichtig ein (JobCloud/LINK, 2022). Wer wichtige Angaben vergisst oder die Seite mit Überflüssigem füllt, verschenkt also Wirkung.
Die gute Nachricht: Die Liste der Pflichtangaben ist kurz. Schwieriger sind die Grenzfälle. Gehört der Lohn hinein? Die Kündigungsfrist? Das Hobby, das zur Stelle passt? Genau diese Fragen klärt dieser Beitrag. Wie du die Teile anschliessend formulierst, zeigt die Anleitung Motivationsschreiben schreiben.
Pflicht sind zehn Elemente: deine Kontaktdaten, die Empfängeradresse, Ort und Datum, eine Betreffzeile, die persönliche Anrede, eine Einleitung mit Bezug zur Stelle, Belege zu den Kernanforderungen, ein Unternehmensbezug, ein Schluss mit Gesprächswunsch und die Grussformel mit deinem Namen. Fehlt eines davon, wirkt das Schreiben unvollständig.
Wie wichtig sind diese Unterlagen im Vergleich? In derselben Umfrage gewichteten Schweizer Arbeitgeber das Motivationsschreiben stärker als Foto oder Angaben zu Alter und Geschlecht im Lebenslauf:
Der Betreff übernimmt die Stellenbezeichnung genau so, wie sie in der Ausschreibung steht. Das erleichtert die Zuordnung, gerade bei grossen Arbeitgebern mit vielen offenen Stellen:
Die Anrede ist persönlich, mit akademischem Titel, falls die Person einen trägt: «Sehr geehrte Frau Dr. Keller». «Sehr geehrte Damen und Herren» ist die Notlösung, wenn sich trotz Recherche kein Name findet. Wie du die Ansprechperson findest, steht in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die Einleitung beantwortet, warum du dich genau hier bewirbst. Wo du die Stelle gefunden hast, gehört nur hinein, wenn es relevant ist, etwa bei einer Empfehlung durch eine Mitarbeiterin. Der Hauptteil belegt die Kernanforderungen mit Beispielen und zeigt, warum dich das Unternehmen interessiert. Der Schluss bittet um ein Gespräch. Details findest du in den Guides zu Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Soft Skills gehören nur mit Beleg hinein. Eine Eigenschaft ohne Beispiel ist eine Behauptung:
| ❌ Nicht so | ✅ Sondern so |
|---|---|
| «Ich bin teamfähig.» | «Als Scrum Master koordiniere ich drei Entwicklungsteams mit insgesamt 18 Personen.» |
| «Ich bin flexibel.» | «Während der Reorganisation habe ich für sechs Monate zusätzlich die Leitung des Kundendiensts übernommen.» |
| «Ich bin belastbar.» | «Im Jahresabschluss betreue ich 30 Mandate parallel und halte alle Fristen ein.» |
Lohnvorstellung, Kündigungsfrist, Eintrittstermin, Pensum, Referenzen und Aufenthaltsbewilligung gehören nur hinein, wenn die Ausschreibung danach fragt oder die Angabe für die Stelle relevant ist. Steht nichts dazu in der Ausschreibung, besprichst du diese Punkte im Vorstellungsgespräch.
Nur wenn ausdrücklich verlangt. Dann nennst du sie am Ende, vor der Grussformel, als Jahresbruttolohn in CHF. Eine Bandbreite lässt Spielraum für die Verhandlung. Wie du den richtigen Betrag findest, erklärt der Artikel zur Gehaltsvorstellung in der Bewerbung.
Erwähne sie, wenn die Ausschreibung danach fragt, wenn deine Kündigungsfrist ungewöhnlich lang ist oder wenn du sofort verfügbar bist. Ein Satz im Schluss genügt: «Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, ich bin ab 01.05.2026 verfügbar.» Oder: «Ich bin per sofort verfügbar.»
Der Vermerk «Beilagen: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Diplome» am Ende stammt aus dem klassischen Papierbrief. Bei einer digitalen Bewerbung ist er meist überflüssig, weil die Empfängerin die Anhänge ohnehin sieht. Du kannst ihn weglassen und den Platz für einen weiteren Beleg nutzen. Welche Dokumente du mitschicken solltest, steht im Artikel Zeugnisse bei der Bewerbung.
Optional sind Angaben, die nicht verlangt werden, dich aber für genau diese Stelle stärker machen: persönliche Motivation, Zusatzqualifikationen, Sprachen, Engagement und passende Hobbys. Die Faustregel: Hinein kommt nur, was eine Anforderung der Stelle belegt oder deine Motivation erklärt.
Private Details, Kündigungsgründe und Kritik am aktuellen Arbeitgeber gehören nicht hinein. Rechtlich dürfen Arbeitgeber in der Schweiz ohnehin nur Daten bearbeiten, die deine Eignung für die Stelle betreffen oder für den Arbeitsvertrag nötig sind (Art. 328b OR). Was darüber hinausgeht, schadet eher, als dass es hilft.
Dazu kommen Sätze, die nichts sagen, weil sie auf alle zutreffen: «Ich arbeite gerne im Team», «Ich bin motiviert», «Ich bin pünktlich», «Ich beherrsche MS Office». Fällt dir auf, wie austauschbar sie klingen? Genau deshalb streichst du sie oder ersetzt sie durch einen Beleg.
Die häufigsten Zweifelsfälle auf einen Blick. Die Spalte «Bedingung» sagt dir, wann eine Angabe hineingehört. Steht dort nichts, ist die Antwort eindeutig.
| Angabe | Rein? | Bedingung |
|---|---|---|
| Lohnvorstellung | Bedingt | Nur wenn in der Ausschreibung verlangt |
| Kündigungsfrist | Bedingt | Wenn gefragt oder ungewöhnlich lang |
| Eintrittstermin | Bedingt | Wenn gefragt oder du sofort verfügbar bist |
| Wunschpensum | Bedingt | Wenn es vom ausgeschriebenen Pensum abweicht |
| Referenzen | Bedingt | Wenn verlangt, Kontaktdaten in den Lebenslauf |
| Aufenthaltsbewilligung | Bedingt | Bei ausländischen Bewerbenden, falls nicht im Lebenslauf |
| Wo du die Stelle gefunden hast | Bedingt | Bei Empfehlung durch eine Person im Unternehmen |
| Lücken im Lebenslauf | Bedingt | Kurz, wenn sie direkt auffallen. Mehr unter Lücken im Lebenslauf |
| Hobbys | Optional | Nur mit Bezug zur Stelle |
| Beilagen-Vermerk | Optional | Bei Papierbewerbungen, digital meist überflüssig |
| Kündigungsgrund | Nein | |
| Schwächen | Nein | |
| Foto | Nein | Gehört in den Lebenslauf |
| Unterschrift | Nein | Bei digitalen Bewerbungen nicht nötig |
Im folgenden Beispiel ist jedes Element nummeriert. Die Legende darunter zeigt, ob es Pflicht, bedingt oder optional ist. Der Brief umfasst mit Briefkopf rund 230 Wörter und passt gut auf eine A4-Seite. Bewerberin und Firmen sind erfunden.
| Nr. | Element | Status |
|---|---|---|
| 1 | Kontaktdaten | Pflicht |
| 2 | Empfänger mit Ansprechperson | Pflicht |
| 3 | Ort und Datum | Pflicht |
| 4 | Betreff mit Referenznummer | Pflicht |
| 5 | Persönliche Anrede | Pflicht |
| 6 | Einleitung mit Bezug zum Unternehmen | Pflicht |
| 7 | Belege zu den Kernanforderungen | Pflicht |
| 8 | Unternehmensbezug | Pflicht |
| 9 | Gesprächswunsch | Pflicht |
| 10 | Kündigungsfrist und Eintritt | Bedingt (hier verlangt) |
| 11 | Grussformel und Name | Pflicht |
Was fehlt bewusst? Die Lohnvorstellung, weil sie nicht verlangt war, die Unterschrift und der Beilagen-Vermerk, weil die Bewerbung digital verschickt wird. Wie du das passende Layout findest, zeigt der Beitrag Motivationsschreiben Vorlagen Schweiz. Länge, Ton und Branchenunterschiede erklärt der Guide Motivationsschreiben Schweiz.
Prüf dein Schreiben vor dem Versand gegen diese Liste. Jeder Punkt unter «Pflicht» muss erfüllt sein, die Punkte unter «Bedingt» nur, wenn die Bedingung zutrifft.
Pflicht:
Kontaktdaten und Empfänger mit Ansprechperson
Ort und aktuelles Datum
Betreff mit exakter Stellenbezeichnung
Persönliche Anrede mit Namen
Einleitung mit Bezug zur Stelle
Belege zu den Kernanforderungen
Unternehmensbezug
Schluss mit Gesprächswunsch
«Freundliche Grüsse» und dein Name
Bedingt:
Lohnvorstellung, wenn verlangt
Kündigungsfrist oder Eintrittstermin, wenn gefragt
Wunschpensum, wenn abweichend
Bewilligung, wenn nicht im Lebenslauf
Gestrichen:
Privates, Kündigungsgründe, Kritik am Arbeitgeber
Floskeln ohne Beleg
Nicht verlangte Lohnangaben
Unterschrift bei digitaler Bewerbung
Nur wenn die Ausschreibung ausdrücklich danach fragt. Dann nennst du sie am Ende vor der Grussformel als Jahresbruttolohn in CHF, idealerweise als Bandbreite, etwa «CHF 95'000 bis 105'000». Ist nichts verlangt, lässt du sie weg und besprichst den Lohn erst im Vorstellungsgespräch.
Nur wenn die Ausschreibung nach dem Eintrittstermin fragt, wenn deine Frist ungewöhnlich lang ist oder wenn du sofort verfügbar bist. Ein Satz im Schluss genügt, zum Beispiel: «Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate.» Weitere Details klärst du im Gespräch.
Nur wenn sie eine Anforderung der Stelle belegen, etwa die Vereinskasse bei einer Stelle in der Buchhaltung oder ein eigenes Fotoprojekt bei einer Stelle im Marketing. Allgemeine Hobbys wie Lesen oder Reisen gehören, wenn überhaupt, in den Lebenslauf.
Nein, ausser es ist relevant. Eine Empfehlung durch eine Person im Unternehmen ist ein guter Einstieg: «Auf Empfehlung von Frau Huber aus Ihrem Controlling bewerbe ich mich…». Dass du die Stelle auf einem Jobportal gesehen hast, ist dagegen keine Information, die dich von anderen abhebt.
Bei digitalen Bewerbungen meist nicht. Die Empfängerin sieht die Anhänge in der E-Mail oder im Bewerbungsportal ohnehin. Der Vermerk stammt aus dem Papierbrief. Wichtiger ist, dass alle Dokumente als PDF mit klaren Dateinamen beiliegen und der Lebenslauf zum Design des Motivationsschreibens passt.
Die Pflichtangaben im Motivationsschreiben sind schnell abgehakt. Schwierig sind die Grenzfälle, und dort hilft eine einfache Frage: Wurde es verlangt, oder belegt es eine Anforderung der Stelle? Wenn nicht, gehört es nicht hinein.
Jede Zeile, die du für Floskeln, Privates oder Überflüssiges sparst, steht für einen weiteren Beleg zur Verfügung. Und genau die entscheiden, ob du eingeladen wirst.
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